1. Kultur

Bonn: Hohe Haftstrafen wegen Handels mit afrikanischer Kaudroge Khat

Bonn : Hohe Haftstrafen wegen Handels mit afrikanischer Kaudroge Khat

Wegen Handels mit der afrikanischen Kaudroge Khat hat das Bonner Landgericht am Freitag zwei Mitglieder eines internationalen Drogenrings zu längeren Haftstrafen verurteilt.

Der Kopf der internationalen Bande, ein 41-jähriger Somalier mit deutschem Pass, muss wegen Handels in 171 Fällen fünf Jahre und neun Monate in Haft. Sein 42-jähriger Helfer, ein Somalier mit holländischem Pass, wurde wegen 68 Fällen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Insgesamt wurden in elf Monaten rund 6,5 Tonnen der afrikanischen Strauchpflanze von Kenia über Holland und Deutschland nach Finnland transportiert, wo er an afrikanische Landsleute verkauft wurde. Der Gewinn wird auf eine Million Euro geschätzt. Der 41-Jährige hatte den Khat-Schmuggel von Bonn aus organisiert. Das „Drogen-Unternehmen” beschäftigte rund 30 Kuriere, die die schnell verderbliche Droge dreimal wöchentlich in Koffern vom Flughafen Köln/Bonn nach Helsinki geflogen haben.

Während Khat in Afrika als übliches Genussmittel gilt und es auch in Holland wegen seines geringen Wirkstoffgehaltes frei „als Gemüse” zu kaufen gibt, fällt es in Deutschland wie auch in Finnland unter das Betäubungsmittelgesetz. Im September 2007 war der Drogenring durch Ermittlungen des Bundeskriminalamtes und Zollkriminalamtes aufgedeckt und zerschlagen worden. Insgesamt zwölf Tatverdächtige wurden festgenommen. Einige Mitglieder der Bande wurden bereits in Finnland wegen Drogenhandels zu Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.