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Aachen: Hocker in die Luft gesprengt

Aachen : Hocker in die Luft gesprengt

Er sitzt im Freien vor einer Staffelei und hält einen Pinsel nah an der Leinwand. Wenige Meter hinter seinem Rücken explodiert ein Sprengkörper - die Hand rutscht vor Schreck aus, der Pinsel hinterlässt einen Flecken auf der Leinwand. Mit solchen Aktionen hat der Schweizer Künstler Roman Signer Furore gemacht. Am Freitag, 15. Dezember, erhält er um 20 Uhr im Aachener Ludwig Forum den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis Aachen.

Initiiert vom Verein der Freunde des Ludwig Forums, wird sie von diesem - neben der Stadt Aachen und Vertretern der ortsansässigen Wirtschaft - getragen.

Der diesjährigen Jury gehörten an: Paula van den Bosch, Kuratorin für Gegenwartskunst am Bonne-fantenmuseum Maastricht; Bernhard Mendes Bürgi, Direktor des Kunstmuseums Basel; Veit Görner, Direktor der Kestnergesellschaft Hannover; sowie Harald Kunde, Chef des Ludwig Forums, unter dem nicht stimmberechtigten Vorsitzenden des Vereins der Freunde und des Kunstpreiskuratoriums, Joachim Plum.

Seit den 90er Jahren erfährt der Appenzeller internationale Anerkennung für seine „skulpturalen Prozesse”, wie die Werke genannt werden, mit denen er zum Beispiel das Publikum 1987 auf der documenta 8 verblüffte: Da sprengte er 1000 Blatt Papier so in die Luft, dass für Sekundenbruchteile eine ganze Wand daraus entstand. „Meine größte Arbeit”, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seine „längste” war 1989 eine 20,6 Kilometer lange Zündschnur, die er von seinem Geburtsort Appenzell bis zum Wohnort St. Gallen legte. Sie brannte 35 Tage lang.

Roman Signers ausgesprochenen Sinn für Humor und allerlei Kuriositäten dokumentieren in der Ausstellung 150 Reisefotos.