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Aachen: Hinreißende Brillanz: Pahud und Meyer im Eurogress

Aachen : Hinreißende Brillanz: Pahud und Meyer im Eurogress

Zwei smarte Herren französischer Herkunft waren die Hauptattraktionen des 8. Meisterkonzertes im Aachener Eurogress: der Flötist Emmanuel Pahud und der Klarinettist Paul Meyer, der auch als Dirigent des renommierten Scottish Chamber Orchestra fungierte, mit dem ihm bemerkenswerte Interpretationen symphonischer Musik gelangen.

Den Anfang machte die Sinfonietta für Orchester von Francis Poulenc, ein zauberhaft-leichtfüßiges Werk, geprägt von dem für Poulenc so typischen Schuss ironischer Distanz. Das schottische Ensemble zeigte sich hier in mitreißender Spiellaune, wobei Meyer jederzeit die klangliche Kontrolle behielt und das Orchester zu einer spieltechnisch perfekten Wiedergabe animierte.

Auf ähnlich hohem Niveau war die Wiedergabe der vier Zwischenaktmusiken aus Mozarts Oper „Thamos - König von Ägypten”, die Meyer mit dem Orchester mit schlankem Klangbild, frischer Artikulation und federnder Rhythmik musizierte.

Die Höhepunkte des Abends waren dennoch die beiden Solokonzerte. Emmanuel Pahud spielte Mozarts Flötenkonzert G-Dur mit traumhaft schönem Ton und einer Innigkeit des Ausdrucks, die mehr die lyrischen Aspekte der drei Sätze in den Vordergrund rückte als die virtuosen.

Die kleinen agogischen Freiheiten und die Sorgfalt der Artikulation prägten dieser Interpretation den Stempel einer natürlichen Vollkommenheit auf. Welch glänzender Techniker er ist, das zeigte er bei der hochvirtuosen Zugabe: einer Konzertetüde von Joachim Andersen.

Paul Meyer glänzte als Solist in Carl Maria von Webers Concertino mit dynamisch und klanglich äußerst differenzierter Tongebung, die das gesamte Klangspektrum der Klarinette demonstrierte, und einer virtuosen Spieltechnik.

Das besondere Bonbon hatten sich die beiden Solisten für den Schluss aufgehoben: Als Zugabe spielten sie die Tarantelle für Flöte, Klarinette und Orchester von Camille Saint-Sa?ns mit hinreißender Brillanz und Virtuosität. Stehende Ovationen waren die geradezu zwangsläufige Folge.