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Köln: Hexenmeister des Rock n Roll: Meat Loaf begeistert mit furioser Show

Köln : Hexenmeister des Rock n Roll: Meat Loaf begeistert mit furioser Show

Aus Dallas (Texas) kommen auch ausgesprochen nette Zeitgenossen. Marvin Lee Aday (51) ist so einer.

Nicht nur, dass der besser als Meat Loaf bekannte US-Rock n Roller die Vorab-Single-Auskopplung von seiner neuen CD „Couldnt Have Said It Better”, die im März erscheint, exklusiv in Deutschland auf den Markt bringt.

Nein. Er ist auch noch für ein einziges Europa-Konzert nach Köln gekommen. Gut 1500 Zuschauer durften im ausverkauften Theater am Tanzbrunnen einen blendend gelaunten Meat Loaf erleben.

Erst im Spätsommer wird ihn seine Tour durch 20 deutsche Städte führen.

Von der ersten Minute an kostet Meat Loaf das aus, was ihm gehört: die ungeteilte Bewunderung seiner Fans. Im weiten schwarzen Seidenhemd steht er am Rand der Bühne und tut so, als gingen ihn die wilden Begeisterungsschreie, das laute Jubeln und die winkenden Hände nichts an.

Dann beginnt das Inferno. Licht in dämonischem Rot und dunklem Purpur, Trommelwirbel und Feuerzauber.

Meat Loaf ist der Hexenmeister in dieser druck- und kraftvollen Ouvertüre. Von Bewegungslosigkeit keine Spur mehr. Shakehands mit dem Publikum, Zähneblecken und mit Tempo von einem Ende der Bühne zum anderen.

„Life Is A Lemon” eröffnet ein furioses, mehr als zweistündiges Konzert. Mit dem „Neverland Express” - Kasim Sulton (Bass), John Miceli (Drums), Damon LaScott (Gitarre), Ray Anderson (Gitarre und Keyboards), Tom Brislin (Piano und Keyboards) und den beiden Sängerinnen Patti Russo und Pearl Aday - hat Meat Loaf ein souveränes Team auf seiner Seite.

Der Meister des Rock n Roll wechselt die Gitarren wie Dieter Bohlen die Frauen, beschwört den Wahnsinn der Liebe und schreit ihn wild heraus. Seine Stimme, kraftvoll wie eh, zittert kein bisschen, aber das Mikro bebt in seinen Händen, als wolle er es gleich erwürgen.

Beim „Id Do Anything For Love”-Duett mit Patti Russo kriecht die Gänsehaut bis zu den Fußknöcheln. Meat Loaf weiß nur zu gut um diese Wirkung und persifliert die Hymne mit Hingabe.

Der Mann hat Sinn für Komik und Dramatik. Er reizt und kitzelt sein Publikum, bis es kaum noch zum Aushalten ist und gönnt dann sich und Drummer John eine kühlende Mineralwasserfontäne.

Für die textsicheren Zuhörer gibt es jede Menge Lob: „Das könnte ich selbst nicht besser” - und ironische Statements, bei denen der Texaner auch seine eigene Körperfülle nicht außen vor lässt: „Sehe ich aus, als würde ich verhungern?”

Natürlich darf auch die neue Single „Did I Say That” nicht fehlen, und die live zu spielen, sagt Meat Loaf, ist was anderes als im Fernsehen. Da kann ihm jeder, der Samstag „Wetten dass...” gesehen hat, nur Recht geben.