1. Kultur

Kerkrade: Helmut Schmidt: „Martin-Buber-Plakette eine hohe Ehre für mich”

Kerkrade : Helmut Schmidt: „Martin-Buber-Plakette eine hohe Ehre für mich”

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt wird als erster Staatsmann mit der „Martin-Buber-Plakette” des Euriade-Festivals geehrt.

Am 31. Oktober nimmt er in der Aula der Abtei Rolduc in Kerkrade die neu geschaffene Auszeichnung entgegen.

Erneut ist es zudem den engagierten Initiatoren unter dem Vorsitz von Dr. Werner Janssen der Euriade gelungen, ein hochkarätiges und vielschichtiges Programm für die Zeit vom 26. Oktober bis zum 1. Dezember zusammenzustellen.

Die Martin-Buber-Plakette wird im Rahmen der 1. Internationalen Martin-Buber-Lesung der Euriade 2002 verliehen. Die Laudatio auf den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, der die Auszeichnung als Erster erhält, wird Stefan Frölich, Politologe an der Universität Erlangen, halten.

Für musikalische Intermezzi sorgt das renommierte Mendelssohn-Trio Berlin mit dem Bass-Bariton Harry Peeters. Die Lesung trägt Werner Janssen, einer der Euriade-Initiatoren, vor.

Premiere hat auch ein Philosophisches Forum, das am 14. November in der Abtei Rolduc stattfinden wird. Bestritten wird es von Karlspreisträger György Konrád, Präsident der Akademie der Künste Berlin, Matthias Gatzemeier, RWTH Aachen, und Albert van der Schoot, Universität Amsterdam.

Für Werner Janssen und Martha Klems, die ebenfalls für die Organisation der Euriade verantwortlich ist, stellt die Philosophie jetzt einen wesentlichen Bestandteil des Programms dar. Janssen: „Wir wollen die Dinge, die wir tun, in ihrer Grundsätzlichkeit untersuchen und begründen.

Und wo es um Begegnung geht, kommt man automatisch auf Martin Buber, den großen Sozialphilosophen.” Der jüdische Religionsphilosoph (1878 - 1965) war Professor für jüdische Religionswissenschaft und Ethik in Frankfurt, wo er auch in der Erwachsenenbildung eine führende Rolle spielte.

Sein Buch „Ich und Du”, 1923 publiziert, macht das dialogische Prinzip zur Grundlage des menschlichen Miteinanders. Von 1938 bis 1951 war Buber Professor für Sozialphilosophie in Jerusalem. Unermüdlich engagierte er sich für die Beziehungen zwischen Juden und Arabern sowie zwischen Juden und Deutschen.

1952 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1963 den niederländischen Erasmus-Preis. Seine Arbeit beeinflusste nicht nur die dialogische Philosophie, sondern auch die moderne Pädagogik und Psychiatrie und die neuere katholische und evangelische Theologie.

Das Kuratorium, dem unter anderem der Rektor der RWTH Aachen, Burkhard Rauhut, angehört, entschied sich einstimmig für Helmut Schmidt als ersten Preisträger der Martin-Buber-Plakette.

Werner Janssen: „Er hat sich als Politiker und Staatsmann am dialogischen Prinzip orientiert, sich stets die Meinung anderer angehört und dann entschieden. Er ist dabei immer er selber geblieben. Verantwortung und Pflichtgefühl spielten für ihn eine wichtige Rolle.”

Helmut Schmidt ließ sich nicht lange bitten. „Er hat unseren Brief sofort und sehr persönlich beantwortet und uns geschrieben, dass es ihn außerordentlich freue, mit der Martin-Buber-Plakette ausgezeichnet zu werden. Es sei eine hohe Ehre für ihn.”

Auch der Preisträger für das nächste Jahr steht schon fest. Es wird ebenfalls ein sehr prominenter deutscher Politiker sein.

Eröffnet wird das Festival am 26. Oktober im Theater Heerlen mit einem Konzert des Joseph-Suk-Kammerorchesters Prag, Bläsern der tschechischen Philharmonie und dem Mendelssohn-Trio Berlin mit Werken von Ludwig van Beethoven.

Die umfangreiche Programmfolge der Euriade - Musik, Theater, Literatur, Wissenschaft, Kunst - werden wir rechtzeitig veröffentlichen.

Euriade 2002 „Apollo & Dionysos” vom 26. 10. bis 1. 12. u.a. in Heerlen, Kerkrade, Aachen. Auskunft: Sekretariat „Stichting Euriade”, Berlostraat 13, NL-6367 CA Voerendal, 0031/45/5620680, e-mail: mailto:euriade@planet.nl, Internet: http://www.euriade.net.