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Bonn: „Heimat und Exil”: Ausstellung über Emigration der deutschen Juden

Bonn : „Heimat und Exil”: Ausstellung über Emigration der deutschen Juden

Der erzwungene Exodus der deutschen Juden nach 1933 ist Thema einer Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte. Nach dem Jüdischen Museum Berlin ist Bonn die zweite Station der Ausstellung, in der erstmals die Emigration von rund 280.000 deutschen Juden in über 90 Länder in einer Gesamtschau gezeigt wird.

„Heimat und Exil - die Emigration der deutschen Juden nach 1933” erzählt mit mehr als 1000 Exponaten von Verfolgung, bürokratischen Hürden und systematischer Ausplünderung durch die Nationalsozialisten. Dokumentiert werden Fluchtvorbereitung, Reisewege in eine ungewisse Zukunft und der Neuanfang in einer fremden Welt.

Welche Schwierigkeiten und Probleme sich auf den Reisen, aber auch am Zielort ergaben, kann der Besucher der Ausstellung anhand von Einzelschicksalen nachverfolgen. Oft führte der Weg ins Exil über mehrere Stationen. Im Mittelpunkt stehen die Länder, in denen die meisten deutschen Juden Zuflucht fanden. Das waren Großbritannien, die USA, Palästina und einige lateinamerikanische Staaten. Die chinesische Metropole Shanghai war für manche letzte Zuflucht, denn dort war bis 1941 die Einreise ohne Visum möglich.

Leitmotiv der Ausstellung sei die Frage nach der Heimat, die jeder Betroffene für sich anders beantworte, sagte der kommissarische Leiter der Stiftung Haus der Geschichte, Hans Walter Hütter. Sie stelle sich in besonderer Weise der vergleichsweise kleinen Zahl jüdischer Emigranten, die nach 1945 nach Deutschland zurückgekehrt seien. Ihnen ist in der Ausstellung ein eigener Teil gewidmet.