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Aachen: Hehlerware per Internet verhökert?

Aachen : Hehlerware per Internet verhökert?

Es waren nicht nur 96 Videospiele, die die drei Angeklagten über das Internet-Auktionshaus „ebay” scheinbar verkauften. Laut Anklage handelten sie in betrügerischer Absicht, weil sie zwar kassierten, aber keine Ware lieferten, Schaden etwa 5000 Euro.

Anderweitige Produkte, die zum Teil als Hehlerware bezeichnet wurden, sollen ebenso übers Internet angeboten und verhökert worden sein.

Deshalb stehen jetzt ein Pärchen aus Stolberg und eine Hausfrau (43) aus Herzogenrath vor der 3. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts. Es ist einer der ersten Internet-Betrugsprozesse in der hiesigen Region. Das Verfahren ist auf 21 Verhandlungstage angesetzt. Nach der Anklageverlesung am gestrigen Morgen schwiegen die Angeklagten, nur die 31-jährige Frau aus Stolberg machte Angaben zu ihrer Person. Ihr Freund, ein 41-jähriger Videothekenbetreiber, sagte nichts.

Der anderthalbjährige Sohn des Paares saß mit auf der Anklagebank, weil das Kind laut Erklärung der Eltern schwer krank ist und anderweitig nicht betreut werden kann. Mehr als eine Stunde führte das Gericht Gespräche über die Prozesslage, vertagte sich dann auf den 14. Mai.

Zwischen Sommer und Ende 2003 soll der „ebay”-Betrug mit den Videos stattgefunden haben. Weiter habe man versucht, eine Druckerkartusche im Wert von 955 Euro und eine Diesel-Jeans zu verkaufen. Auch etliche Fernseher, die von ungarischen oder polnischen Lastern „gefallen”, also gestohlen waren, seien im Internet angeboten worden.