Bonn: Haus der Geschichte: Dach wird komplett erneuert

Bonn: Haus der Geschichte: Dach wird komplett erneuert

Das mangelhafte Glasdach am Haus der Geschichte in Bonn muss komplett erneuert werden. Das hat das Landgericht Bonn am Freitag nach jahrelangem Rechtsstreit entschieden. Die Kosten muss zu zwei Dritteln die Bau- und Montagefirma tragen, die für den Bau verantwortlich war, das letzte Drittel übernimmt der Bund.

In dem Prozess hatte der Bund die Bau- und Montagefirma sowie sechs Architekten wegen des Konstruktionsfehlers auf rund 10 Millionen Euro verklagt. Die Architekten tragen nach Auffassung des Gerichts keine Verantwortung. Sie hätten sich zu Recht auf die Fachfirmen mit ihren Experten verlassen, hieß es.

Das Museumsdach besteht aus 904 Glas-Elementen, die jeweils 80 Kilo schwer sind. Mit der einmaligen Prismenkonstruktion sollte Tageslicht ins Haus gelassen werden, die Exponate aber gleichzeitig durch Prismen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Einige Jahre nach Fertigstellung des Museums im Jahr 1993 zerbrachen die ersten Scheiben des Glasdachs.

Im Urteil heißt es, die mehrschichtig angelegten Glaselemente seien eine Fehlkonstruktion. Sie beinhalten neben Prismen und Verbundglas auch Fensterglas, das Hitze über 40 Grad nicht aushält.

Aus Kostengründen war auf eine weitere Schicht Verbundglas verzichtet worden, das wiederum Hitze-Einwirkungen bis zu 200 Grad Stand hält. Der Bund trägt ebenfalls eine Schuld. Er hatte einen Lichttechniker hinzugezogen, der einen Teil der Prismen-Konstruktion mitgeplant und den Fehler nicht erkannt hatte.

Eine Reparatur des Daches kommt für das Gericht nicht in Frage, da im Lauf der Jahre immer mehr Elemente geplatzt sind - und auch in Zukunft mit weiteren Schäden zu rechnen sei.

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