1. Kultur

Aachen: Handwerk mit vielen Seiten

Aachen : Handwerk mit vielen Seiten

Es sei ein Vorurteil, dass Handwerksberufe immer nur „sehr schmutzig und anstrengend” seien, meint Bernd Kalz, Ausbilder beim Aachener Energieversorger Stawag. Andererseits sitze ein Elektroniker auch nicht acht Stunden am Tag an einem Tisch und verlöte kleine Kabel. Die Wahrheit muss also irgendwo in der Mitte liegen: Er sollte selbst den Spaten in die Hand nehmen können, erklärt Kalz, aber auch Kunden direkt vor Ort kompetent beraten.

Vor diesen Anforderungen stehen die neuen „Azubis”, wenn sie sich ab Juli bis spätestens 13. Oktober für einen der beiden Ausbildungsberufe bei der Stawag bewerben möchten, sei es als Elektroniker/in für Betriebstechnik oder als Anlagenmechaniker/in. Sechs werden neu eingestellt, insgesamt gibt es bei der Stawag 20 Auszubildende. „Ein Realschulabschluss mit guten Noten in den Naturwissenschaften ist mindestens erforderlich”, meint Antje Wilhelm, im Bereich Organisations- und Personalentwicklung tätig. Aber auch Deutsch sei sehr wichtig, ergänzt Bernd Kalz.

Im Laufe der Ausbildung werden die künftigen Anlagenmechaniker natürlich im Hinblick auf die Anforderungen der Stawag geschult, erhalten gute Kenntnisse unter anderem in den Bereichen Versorgungs-, Förder- und Kraftwerkstechnik, können Rohrsysteme instandsetzen und haben Schweißen gelernt. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind jedoch nicht auf die Energieversorgungsbranche beschränkt.

Noch breiter ist das Betätigungsfeld eines Elektronikers. Sie montieren unter anderem Systeme und Anlagen der Energieversorgungstechnik, werden in der Kommunikations- und Beleuchtungstechnik eingesetzt, haben zum Ausbildungsende nach dreieinhalb Jahren aber auch Kenntnisse in der Gebäudetechnik erworben. „Sie arbeiten auch in anderen Bereichen, zum Beispiel beim Gebäudemanagement”, erläutert Antje Wilhelm.

Die Möglichkeiten, nach der Ausbildung bei der Stawag übernommen zu werden, sind gut. Zumal die Auszubildenden dies selbst in der Hand haben: Ein Beurteilungssystem bewertet dabei nicht nur schulische Leistungen, sondern auch persönliches Engagement und soziale Kompetenz. „Viele möchten anschließend studieren, manche kommen nach ihrem Diplom als Ingenieur zur Stawag zurück”, meint Antje Wilhelm.