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Aachen: Gruseliges Kammerspiel im Theater K: „Misery”

Aachen : Gruseliges Kammerspiel im Theater K: „Misery”

Das Grauen nimmt kein Ende im Aachener Theater K: Die gruseligen Bilder der jüngst gezeigten Edgar-Allan-Poe-Hommage noch im Kopf, können die Zuschauer jetzt mit der Psychopathin Annie Wilkes Bekanntschaft machen. Bei „Misery”, der Bühnenadaption von Stephen Kings gleichnamigem Horrorroman (Regie: Robert Roth), geht´s gleich zur Sache.

Aus dem Bettplumeau ragt fast nur eine Nasenspitze heraus: die des Erfolgsautors Paul, der sich bei einem Autounfall auf unwegsamem Gelände beide Beine gebrochen hat. Gefunden hat ihn Annie, eine allein lebende ältere Frau, die früher Krankenschwester war.

Die einsame Annie ist zwar Pauls größter Fan, aber gerade deshalb kann sie sich nicht damit abfinden, dass ihre Lieblingsheldin „Misery” jetzt ihr Leben aushauchen soll, weil der ambitionierte Autor endlich etwas Anspruchsvolleres zu Papier bringen will. Doch Annie will die bezaubernde Misery wiederhaben - Paul soll sie wiederauferstehen lassen und das Buch bei ihr fertigstellen.

Ein beängstigender Tauschhandel: Sie versorgt ihn mit Pflege und Schmerzmitteln, er „füttert” sie mit dem kitschigen Stoff, aus dem ihre Träume sind. Natürlich kommt es noch weit schlim-mer...

Franz Sodann und Petra Welte-roth sind ein gut eingespieltes Paar, sie virtuos zwischen grimmiger Komik und gefährlichem Wahnsinn jonglierend, er die fast hilflose Geisel, die wie Scheherezade um ihr Leben schreibt.

Nur schade, dass die Figur des Paul hier zum bloßen Stichwortgeber für die psychopathische Annie wird. Was hier aber das kurzweilige Vergnügen nicht sonderlich beeinträchtigt: Ein kleines böses Kammerspiel in 70 Minuten.

Weitere Vorstellungen von „Misery” nach Stephen King im Theater K, Aachen, Ludwigsallee 139: am 22., 23., 24. und 25. April. Beginn 20 Uhr. Aufführungen auch im Mai. Telefonische Reservierungen: 0241/151155.