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Aachen: Große Ziele mit den kleinsten Teilchen

Aachen : Große Ziele mit den kleinsten Teilchen

Hochtechnologie schützt vor den kleinen Tücken des Alltags nicht. Und so kann es den landesweiten Kapazitäten der Nanotechnologie passieren, dass sie in Aachen zusammenkommen, um über die hervorragenden Perspektiven ihres Fachs zu diskutieren - und die Heizung im TH-Hörsaal kommt nicht so recht auf Touren.

Dass dies nichts mit drastischen Sparmaßnahmen zu tun habe, beeilte sich TH-Rektor Professor Burkhard Rauhut schmunzelnd zu versichern. Die versammelte Nano-Elite mit der frierenden NRW-Ministerin für Wissenschaft und Forschung, Hannelore Kraft, in ihrer Mitte nahm es gelassen und widmete sich dem Tagungsgeschäft.

Es ging am Montag um eine Bestandsaufnahme der bisher erzielten Leistungen auf dem Gebiet der Nanotechnologie mit dem Schwerpunkt Informationstechnik. Den Vertretern von zehn Hochschulen in NRW wollten dabei neben der Darstellung ihrer Forschungsleistung Möglichkeiten ausloten, wie das vorhandene Potenzial in Wettbewerbsvorteile umgewandelt werden kann.

Dass NRW in Sachen Potenzial durchaus mit den USA, wo die Nanotechnologie mit Milliardensummen gepusht wird, mithalten kann, darin waren sich Kraft, TH-Rektor Rauhut und Professor Heinrich Kurz, Leiter des Lehrstuhls für Halbleitertechnik und Geschäftsführer der Gesellschaft für angewandte Mikro- und Opto-Elektronik (AMO), einig. Dass weitere Investitionen notwendig sind, darüber auch - wobei allerdings die Einschätzung, welche Forderungen berechtigt, machbar oder pures Wunschdenken sind, naturgemäß nicht immer übereinstimmt.

Alle stimmten das Hohelied auf den wissenschaftlichen Nachwuchs an. Das Problem sei dabei nicht, dass deutsche Studenten in den USA studieren, sondern dass diese hoch qualifizierten Kräfte oft nicht wieder zurückkehren. Wie wichtig dieses Thema ist, verdeutlicht die Tatsache, dass im NRW-Haushalt voraussichtlich zwei Millionen mehr an jährlichen Fördermitteln bereitgestellt werden, als ursprünglich geplant. Diese Ankündigung der Ministerin nahmen die Aachener Professoren mit Freude entgegen.

Philosophische Fakultät

Bündelung der Kräfte und Profilierung der Stärken jeder einzelner Hochschule: Dies sind die zentralen Punkte des Hochschulkonzepts 2010, das derzeit vorbereitet wird. Wobei sowohl Rauhut und Kraft noch einmal ein Bekenntnis zur Philosophischen Fakultät an der TH ablegten. Gerade im Hinblick auf die interdisziplinäre Arbeitsweise sei die Einbindung der Geisteswissenschaften in die Naturwissenschaften zwingend notwendig. In welchem Rahmen diese Einbindung in Zukunft geschehen wird, das ließen sie allerdings offen.