Grenzlandtheater Aachen präsentiert neuen Spielplan

Grenzlandtheater Aachen : Von „My Fair Lady“ bis zur „Feuerzangenbowle“

Das Aachener Grenzlandtheater setzt in der kommenden Saison vor allem auf populäre Klassiker. Der Verkauf von Abos ist bereits gestartet.

Ganz schön mutig. Mit dem Musical-Klassiker „My Fair Lady“ stellt sich das Grenzlandtheater Aachen in der neuen Saison dem Vergleich mit ungezählten opulenten Inszenierungen rund um das Blumenmädchen Eliza, das zur Dame aufblüht. Und selbst bei der „Feuerzangenbowle“ von Heinrich Spoerl hat man keine Angst davor, dass der Film mit Heinz Rühmann in den Köpfen der Zuschauer herumgeistert.

„Ja, es wird spannend, und wir lassen uns etwas einfallen“, betont Intendant Uwe Brandt, als er zusammen mit Dramaturgin Anja Junski-Setzer das Programm der Spielzeit 2019/2020 präsentiert. Acht Stücke für das Haus sowie zwei Produktionen von „Greta“, dem jungen Grenzladtheater Aachen, sind vorgesehen.

„My Fair Lady“ wird der Intendant selbst inszenieren. Er will die heiter-nachdenklicher Geschichte swingend (mit Gero Körner und Band) regionalisieren: „Meist spricht Eliza in der deutschen Ausgabe wie eine Berliner Göre, bei uns wird man das Rheinland hören.“

Und die „Feuerzangenbowle“? Vier Darsteller entwickeln die abstruse Geschichte um „Pfeiffer mit drei f“ in angeheiterter Runde. Ein Antiquariat, Erinnerungen und wandelbare Akteure: „Wir wagen es, das wird unsere ,Feuerzangenbowle‘ sein, besonders, wenn Udo Schürmer inszeniert“, bringt Brandt den Regisseur der sehr erfolgreichen Aachener „Rocky Horror Show“ ins Gespräch.

Mit einer Auslastung von 91,7 Prozent hat das Theater in der vergangenen Spielzeit die dringend nötigen Gelder einnehmen können. „Wir sind dazu verpflichtet, zwei Drittel der Kosten einzuspielen“, sagt Brandt. Insgesamt 382 Veranstaltungen hat man angeboten, 80.112 Zuschauer kamen, 277.000 Euro gibt es vom Land NRW. „Man kann jetzt bereits Abos kaufen, und am 22. Juni startet der Vorverkauf“, kündigt Brandt an.

Bei den Komödien stehen elegante Unterhaltung und geniale Schwindeleien („Das Blaue vom Himmel“ von Eric Assous) im Vordergrund. „Die Studentin und Monsieur Henri“ von Ivan Calbérac wird Anja Junski auf die Bühne bringen. „Eine Geschichte um einen älteren Herrn und eine junge Frau, charmant erzählt“, verrät sie.

„Eins, Zwei, Drei“ von Ferenc Molnár ist gleichfalls ein Klassiker der Unterhaltung, den Billy Wilder verfilmte. „Auf der Bühne wird das Stück selten gespielt, und wir haben gute Ideen“, versichert der Intendant. Gleiches gilt für „Barfuß im Park“ von Neil Simon. Leicht denkt man an die Filmkomödie mit Robert Redford und Jane Fonda und wird neugierig, wie das auf der Grenzlandtheater-Bühne wirken wird. Die Tradition der Stücke von Eric-Emmanuel Schmitt setzt der Thriller „Enigma“ fort. „Das Original“ von Stephen Sachs handelt von einem Bild. Aber da ist die ehemalige Barfrau Maude – ein „Original“.

Die jugendlichen Theaterfreunde können sich schließlich mit den Themen Freundschaft und Inklusion beschäftigen. Rundum wird es also spannend in der Spielzeit 2019/2020.

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