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Aachen: Grenzgänger zwischen Kirche und Kunst: Maler und Priester Herbert Falken wird 70

Aachen : Grenzgänger zwischen Kirche und Kunst: Maler und Priester Herbert Falken wird 70

Zwar macht ihm sein Herz mittlerweile schwer zu schaffen. Doch seine Schaffensenergie fließt ungebremst in dynamischen Strichen und expressiver Formensprache auf Leinwände und Skizzenpapier.

Herbert Falken, Maler und katholischer Priester, ein überragender Künstler der Aachener Region, wird am 11. September 70 Jahre alt.

Der gebürtige Aachener machte zunächst eine kaufmännische Lehre, bevor er 1958 das Abitur nachholte, in Bonn und Aachen Philosophie und Theologie studierte und 1964 zum Priester geweiht wurde. 1977 ging er als Priester nach Schevenhütte, 1988 gab er das Amt des Ortspfarrers auf.

Aber Falken wirkt ungebrochen - als Seelsorger wie als Maler. Die Reisen - etwa zu den inspirierenden Kunstschätzen ins geliebte Florenz - sind aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich.

Doch die Erschütterung über menschliches Leid ist weiterhin schmerzhafter Stachel und Ansporn zur künstlerischen Produktion. „In letzter Zeit ist ein Reihe von Großformaten entstanden, mit denen ich sehr zufrieden bin”, konnte er kürzlich erfreut berichten.

Eine Ausstellung der Bischöflichen Akademie Aachen würdigt derzeit Falkens Schaffen. Dort hat er - noch als Student - Anfang der 50er Jahre seine ersten Landschaftsaquarelle präsentiert.

Und die Akademie hat den Künstler während seines Lebensweges ständig begleitet, immer wieder Einblicke in sein umfangreiches Wirken gegeben.

Obwohl Horst Dieter Rauh, Akademie-Dozent und Kenner von Falkens Oeuvre weiß: „Falken will und wollte kein Maler für eine katholische Akademie sein.”

Von der Kirche wollte der kritische und oftmals provozierende Kopf seine Kunst nicht vereinnahmen lassen. Aber ohne die Religion, das Sakrale, das Hin- und Hergerissen-Sein zwischen Glauben und Zweifel ist seine Kunst nicht lebensfähig.

Im Mittelpunkt von Falkens Werk stehen Kreuz und Passion sowie die Ausgesetztheit der menschlichen Existenz.

Als Zeichner stellt sich der engagierte Grenzgänger zwischen Kirche und Kunst noch bis zum 6. Oktober im Aachener August-Pieper-Haus, Leonhardstraße 18-20, vor: Die Studien zu Michelangelo und zum Aachener Dom sind beispielhaft für Falkens kritische Aneignung der Tradition. (Mo./Fr. 9-20, Sa. 14-20, So. 10-13 Uhr.)