Festival auf der Burg: Gregor Meyle hinterlässt in Monschau bleibenden Eindruck

Festival auf der Burg : Gregor Meyle hinterlässt in Monschau bleibenden Eindruck

Gregor Meyle ist gerne nah am Publikum, und das ist auch an diesem Abend auf der Monschauer Burg zu spüren. Der sympathische Singer-Songwriter, der bei einer Casting-Show entdeckt wurde und durch TV-Sendungen wie „Sing meinen Song — Das Tauschkonzert“ und seine eigene Musik-Show „Meylensteine“ bekannt wurde, braucht nicht lange, um die Besucher des Monschau-Festivals am Donnerstagabend mit seiner lockeren und unkomplizierten Art zu verzaubern.

Beim ersten Lied singt das Publikum noch etwas schüchtern mit, doch schon beim zweiten Stück stehen alle von ihren Plätzen auf und lassen sich mitreißen. Meyle steht dabei lässig auf der Bühne, macht Witze, erzählt Anekdoten und dirigiert das Publikum, das sich als erstaunlich textsicher erweist. Immer wieder sucht er den Kontakt und fordert zum Mitsingen, Tanzen und Klatschen auf.

Die Texte des 39-Jährigen sind oft persönlich, manchmal ist auch etwas Herzschmerz dabei, aber im Vordergrund stehen eine positive Lebenseinstellung, Mut und der Glaube an das Gute im Menschen. Mit seiner Akkustikgitarre und der markanten leicht näselnden Stimme, verpackt er diesen Optimismus gepaart mit einem Schuss Melancholie in einfühlsame Lieder und sanfte eingängige Melodien, die den Alltag vergessen lassen.

Das Publikum wiegt sich dazu im Takt der Musik und träumt vor sich hin. Arme werden um Schultern gelegt, es werden kleine Zärtlichkeiten ausgetauscht und Meyle singt „Genieß doch Dein Leben, nur allein macht’s keinen Spaß“.

Auch Gregor Meyle ist nicht allein auf seiner Sommerreise über die Festival-Bühnen unterwegs. Laura Bellon überzeugt mit ihrer ausdrucksvollen Stimme genauso wie an der Geige. Weitere Unterstützung erhält er von einer erstklassigen Band, die ihn bei den Ausflügen in die unterschiedlichsten Genres der Musik begleitet. Rock, Pop, Country, Reggae, Samba, Folk und Jazz — es gibt von allem etwas, eine Schublade gibt es dafür nicht.

Immer wieder erhalten die Musiker Gelegenheit, sich mit Soli in den Vordergrund zu spielen und mit ihrem Können das Publikum zu verzücken. Freuen dürfen sich die Besucher auch über drei frische Songs, die er im Gepäck hat und die im Oktober auf seinem neuen Album erscheinen sollen.

Gregor Meyle spart nicht mit Komplimenten für die Veranstalter, für die einmalige Kulisse auf der Monschauer Burg und für das fantastische Publikum, so dass sich jeder von ihm angesprochen und als ein Teil des Ganzen fühlen kann. Vor dem letzten Lied verneigt er sich vor den Zuhörern, bedankt sich für einen wunderschönen, entspannten Abend und lässt keinen Zweifel daran, dass er gerne wiederkommen möchte. Doch die Gäste haben noch nicht genug und tauchen die Burg mit ihren Handys und Feuerzeugen in ein Lichtermeer.

Nach mehreren Zugaben folgt am Ende der schönste Moment des Abends. Es wird ganz still, als sich Meyle und seine Musiker am Rand der Bühne versammeln und „Heute Nacht“ spielen — ohne Mikrofone und ohne Verstärker, rein akustisch. Es ist ein besonderer Augenblick, der für Gänsehaut sorgt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.