1. Kultur

Düsseldorf: Gossip in Düsseldorf: Gockeln, zappeln, tanzen, piepsen

Düsseldorf : Gossip in Düsseldorf: Gockeln, zappeln, tanzen, piepsen

Das Rauschen im bunten Blätterwald um Beth Ditto, die zur Stil-Ikone erhobene, gewichtige Frontfrau der amerikanischen Gruppe Gossip, ist mittlerweile verstummt. Jetzt geht es für das „kleine, dicke, lesbische Mädchen” (Zitat Beth Ditto) wieder um das Kerngeschäft, nämlich um die Musik.

Beim einzigen NRW-Konzert ihrer Deutschlandtour in der mit 6000 Fans gut besuchten Düsseldorfer Mitsubishi-Electric-Halle präsentierte das um zwei Musiker erweiterte Trio vorrangig Songs des aktuellen Albums „A Joyful Noise”.

„Move in the Right Direction” eröffnet das Konzert, wobei die Frage nach der richtigen Richtung letztlich offenbleibt. Stilistisch geht es mal in die indie-rockige, mal in die disco-funkige Richtung. Doch dafür legt Ditto als Konstante eine überwältigende Bewegungs- und Singfreude an den Tag. Als hätte sie sich Zappelphilipp Mick Jagger als Studienobjekt vorgenommen, gockelt sie mit der sexy Ausstrahlung einer selbstbewussten Frau über die Bühne. Im Gegensatz zu den Songs des Erfolgsalbums „Music For Men”, die überwiegend am explosiven Indiesound orientiert waren, möchte Gossip mit dem neuen Material offenbar wieder intensiver die Tanzflächen beschallen. Die vermehrt zum Einsatz kommenden Keyboardsounds werden von im stoischen Discorhythmus pumpenden Basslinien, wie man sie aus den 70er und 80er Jahren zur Genüge kennt, unterfüttert.

Allerdings entfaltet Beth Dittos Stimme, auch wenn sie sich gelegentlich in mäusepiepsige RnB-Höhen versteigt, noch immer eine Stimmgewalt, die alle ihre Emotionen ungefiltert offenbart. „Heavy Cross”, das sie als letzte Zugabe singt, ist so ein Beispiel. Ihre musikalischen Gefühlsausbrüche verzaubern regelrecht die Fans in Düsseldorf, die sich gern dem allgemeinen Begeisterungstaumel hingeben.