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Aachen: Getanzter Aufruhr: Vera Sander Art Connects

Aachen : Getanzter Aufruhr: Vera Sander Art Connects

Viele Tanzbegeisterte fanden sich in den letzten drei Monaten beim Schrittmacher-Festival im Aachener Ludwig Forum ein. Nahezu alle acht Beiträge internationaler Spitzen-Kompanien waren ausverkauft.

So auch am vergangenen Samstag. Programm-Chef Rick Takvorian präsentierte mit der Vera Sander Art Connects den einzigen „heimischen” Tanzbeitrag des Festivals aus Nordrhein-Westfalen.

Beim Eintritt in den space des Ludwig Forums erwartete die 200 Besucher eine viel versprechende Atmosphäre - in schwummrigem Nebel gehüllt, hieß es abwarten, bis das Tanzspektakel „amygdalas turmois” beginnen konnte.

Die Amygdala - eine Nervenstruktur unseres Gehirns, die vor allem für die Speicherung von Erinnerungen zuständig ist - und das englische „turmoil” deutete an, dass es in diesem Gehirn zu „Aufruhr” und einem „Durcheinander” kommen sollte.

Geistige Verwirrung auf der Bühne? Oder mitten in einem Gehirn? Der Reigen starker tänzerischer Sequenzen, die von den beeindruckenden Licht- und Videoeffekten getragen wurden, gab nicht wirklich eine Antwort darauf, aber bot viele Impressionen.

Bewegungen auf der Bühne wurden verstärkt und verzerrt auf die weiße Leinwand projiziert. Der kraftzehrende ausdrucksstarke Tanz der drei Protagonisten (Volkhard Guist, Martina Montero Arregui und Teresa Ranieri) begeisterte bei diesem effektreichen Gesamtkunstwerk aus Film und Tanz - krampfhafte Gesten und unkoordinierte Aggressivität wechselten immer wieder mit leichtem Dahinfließen.