Würselen: Get Well Soon erwärmen die Herzen der Fans

Würselen: Get Well Soon erwärmen die Herzen der Fans

Die Musik von Konstantin Gropper ist ein unerhört vielfältiges Ding. Immer in Richtung Pop unterwegs, aber stets mit sinfonischer Schlagseite. Mit ordentlich Pathos an Bord, aber niemals kitschig. Ganz schön schwermütig, doch euphorisierend zugleich.

Was der Multiinstrumentalist unter dem Pseudonym Get Well Soon im Alleingang auf sein erstes Album gepackt hat, wuchs auf der Bühne der Burg Wilhelmstein bei der Präsentation durch eine siebenköpfige Band samt Glockenspiel, Geige und Bratgitarren zu einem ganz großen Wurf.

Das Cellokind steckt immer noch in dem Wahlberliner mit umfassender klassischer Musikausbildung. Die Musik des Mittzwanzigers ist zu sperrig und schwelgerisch, zu voll und vielleicht auch zu unmodern für den reinen Pop. Doch gibt es da auch den Rocker Gropper. Im eleganten schwarzen Anzug lässt er es wahlweise mit der akustischen oder der elektrischen Gitarre krachen und türmt dicke Soundwände auf, die mit der zarten Geige flirten, die seine Schwester Verena spielt.

Hier und da mischen sich Trompeten oder ein Akkordeon in diesen Dialog. Deutlich roher kommen die Songs des Albums live rüber, druckvoller auch. Das steht ihnen gut. Zu einer Rockshow im klassischen Sinne gerät der Vortrag dennoch nicht. Eine Band für Stadien werden Get Well Soon wohl nie werden. In sich gekehrt spielen die Akteure, versunken in diese breitwandige Musik, die auch die Zuhörer umhüllt. In den Pausen zwischen den Songs erweist sich Gropper dann unerwartet plauderfreudig und bittet seine Zuhörer, Fragen zu seiner Musik zu stellen, die er charmant beantwortet.

Dass die Sonne während des gesamten Auftritts hinter Wolken verborgen bleibt, passt ins Bild. Denn luftige Sommerhits haben Get Well Soon nicht zu bieten. Eher kompakte Wintermusik. Doch eine, die richtig schön wärmt. Und wenn Gropper zum Abschluss allein mit einer akustischen Gitarre auf der Bühne steht und eine Ballade anstimmt, ist der Kreis geschlossen. Von ganz spärlich bis opulent instrumentiert - und jederzeit völlig eigenständig.