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Aachen: „Gaudí”-Komponist Woolfson : Neues Musical für Korea und ein großer Spielfilm

Aachen : „Gaudí”-Komponist Woolfson : Neues Musical für Korea und ein großer Spielfilm

1993 erlebte erlebte sein Musical „Gaudí” in Aachen die Uraufführung., vier jahre später „Gambler” in Mönchengladbach. Seitdem hat der Komponist und Songwriter Eric Woolfson unermüdlich gearbeitet und produziert.

Als er 1976 mit „Alan Parsons Project” die erste CD zu Ehren des Dichters Edgar Allen Poe produziert hatte, wußte er bereits, dass der Stoff längt nicht ausgeschöpft war. Am Freitag stellte Woolfson sein neues Werk „Poe - More Tales of Mystery and Imagination” in Aachen vor.

Er hat sich seit „Gaudí” kaum verändert: Eric Woolfson, Komponist, Produzent, Songwriter. Ein Künstler, der weltweit noch immer einen Erfolg nach dem anderen feiert, und der zugleich mit liebenswürdiger Zurückhaltung über seine Arbeit und sein Leben plaudert.

Ehefrau Hazel hat ihn auch diesmal nach Aachen begleitet, allerdings nur zu einem sehr kurzen Besuche. Noch in der Nacht geht es zurück Richtung London, denn schon am 6. November findet sein Konzert in der legendären Abbey Road statt - natürlich mit „Poe - More Tales of Mystery and Imagination”.

Edgar Allen Poe - die Liebe und Verehrung für den geheimnsivollen und zugleich so unglücklichen Dichter hat sich bei Woolfson in langen Jahren weiter vertieft.

„Das hat sicherlich damit zu tun, dass ich älter und reifer werde”, lächelt er. Die „dunklen Seiten” eines Poe inspirieren noch immer sein musikalisches Schaffen, Gedichte und Erzählungen sind für ihn unerschöpfliche Quellen, um neue Ideen zu entwickeln.

„Für Poe waren Rhythmus und Klang der Sprache die entscheidenden dichterischen Elemente. Wenn das nicht nach Musik verlangt. Aber bei aller Verbundenheit bin ich auf keinen Fall so ein depressiver Typ wie Poe.”

Frischen Schwung bringt ein Projekt, das ihn besonders freut. Der Kulturminister von Korea hat bei Woolfson ein Musical „bestellt” und die Vorlage eigenhändig geschrieben.

„Eine bewegende Geschichte, die vom Konflikt zwischen Nord- und Südkorea handelt, die von der Grausamkeit und vom Unsinn des Krieges erzählt”, verrät Woolfson. „Eine große Ehre.”

In Korea, Japan und in den Niederlanden plant er für 2005 zudem Neuinszenierungen des Musicals „Gaudí”. Gern erinnert sich Woolfson an Aachen und die Produktionsphase mit Elmar Ottenthal, dem damaligen Generalintendanten. „Das waren goldene Zeiten, auch für die Musicals allgemein.”

Mit Sorge beobachtet er die Entwicklung. „Der Markt für Songs und Musicals ist noch schwieriger geworden, oft sind es junge Leute, die in die Studios gehen und viel zu wenig Erfahrung haben.”

Seine neue Poe-CD, die ganz konkret Erzählungen wie „Die Morde in der Rue Morgue” und „Die Glocken” thematisiert, sieht er als Ergänzung, aber nicht als Fortsetzung der ersten Produktion. „Sie ist nicht mit ,Alan Parsons Project, sondern mit einem neuen Partner entstanden, eine ganz eigenständige Produktion.”

Stimmkräftig interpretiert Musical-Star Steve Balsamao, den er für sich entdeckt hat, die Songs. Und es geht noch ein bisschen weiter mit Poe. „Zusätzlich zum Musical über ihn, das es ja schon gibt, werden wir demnächst einen Spielfilm drehen, in dem Biografisches und Erzählerisches ineinander greifen. Eine tolle Herausforderung.”