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Aachen/Alsdorf: Für Angeklagte war die Ehe ein Horror-Trip

Aachen/Alsdorf : Für Angeklagte war die Ehe ein Horror-Trip

Am Tattag, dem 4. März des verganghenen Jahres, versuchte Else C. (50) wieder einmal Normalität aufrecht zu erhalten, indem sie für ihren 73-jährigen Mann und ihren gemeinsamen erwachsenen Sohn Scampis und Salat zubereitete.

Die Frau eines Kirmeswagen-Betreibers im Gastro-Bereich weinte. Seit Jahren, berichtete sie stockend vor dem Aachener Schwurgericht, habe er sie geschlagen und beschimpft, auch sein Schlaganfall habe ihn nicht von Übergriffen abgehalten.

Erst 2003 musste ihre Kopfhaut mit 18 Stichen genäht werden, weil er mit einer Thermoskanne zugeschlagen hatte. Der Notarzt habe bei der Behandlung die Narben „bewundert”, die sie in den mehr als 20 Ehejahren davongetragen hatte, eine Hand von ihr ist steif, weil er ein scharfes Küchenmesser durch die Innenfläche zog.

An jenem Abend versuchte sie wieder ihren Kummer und die desolate Finanzlage des Betriebes in Rotwein zu ersticken, 1,82 Promille wurden später festgestellt. „Ich weiß nicht mehr, was ich getan habe”, meinte sie. Laut Anklage soll sie am späten Abend einen Fäustel, einen bulligen Hammer, genommen und damit ihrem Ehemann die linke Schädelseite zertrümmert haben. Hermann C. überlebte, blieb aber behindert.

Er starb im März diesen Jahres, laut Aussage des Verteidigers Norbert Hack nicht an den Folgen des Hammerschlages. Angeklagt ist versuchter Totschlag.