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Fünf Kaninchen müssen ausziehen

Fünf Kaninchen müssen ausziehen

Aachen. Für fünf Kaninchen in einer Wohnung in Aachens altehrwürdiger Oppenhoffallee hat jetzt vielleicht das letzte Stündlein geschlagen. Denn die Tiere dürfen nicht länger da bleiben, wo sie jetzt wohnen. Die Stallungen in der Mietwohnung müssen auch „wegen der dem Vermieter nicht zumutbaren Geruchsbelästigung” entfernt werden.

Die 5. Zivilkammer am Aachener Landgericht befand, dass die putzigen Mümmelmänner keinesfalls mehr unter die Rubrik „kleine Tiere” fallen und ihre Anzahl ohnehin das übliche Maß der Tierhaltung überschreite. Bei einem Ortstermin im Januar stellte die Kammer zudem fest: Das Quintett verbreitet „deutlich merkbaren Geruch” und muss raus aus dem Haus.

Der Vermieter klagte in zweiter Instanz gegen seine viel zu tierlieben Mieter. Die Tierhaltung so großer Exemplare wie dieser Kaninchen sei laut Mietvertrag nicht zulässig, befanden die Richter ganz in der Nähe am Amtsgericht, das nur ein paar Hundert Meter entfernt liegt. Und auch eine Instanz höher am Landgericht wurde das bestätigt. Der Mietvertrag sehe vor, dass nur kleine Tiere wie Ziervögel oder Zierfische ohne Genehmigung des Mieters gehalten werden dürfen.

Bei einem Hund oder einer Katze als Haustier müssen die Halter anfragen, es bedarf der vorherigen Zustimmung durch den Vermieter. Die der beklagte Mieter in diesem Fall nicht einholte. Jetzt müssen seine Kaninchen anderswo hin ziehen - die beste der denkbaren Lösungen.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Aachen die Sache noch im Sinne des Mieters entschieden. (Az.: 5 S 66/06)