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Aachen: Friedenspreis für Flüchtlingshelfer

Aachen : Friedenspreis für Flüchtlingshelfer

Der in Büren, Kreis Paderborn, ansässige Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft” erhält den mit 1000 Euro dotierten Aachener Friedenspreis 2006.

Gewürdigt und unterstützt wird damit ein Verein, der sich seit mehr als zehn Jahren „beharrlich von unten mit friedlichen Mitteln” für Menschen in Abschiebehaft einsetze, erklärte Otmar Steinbicker, Vorsitzender des Friedenspreis-Vereins, am Montag in Aachen. Zugleich soll der Friedenspreis ein Zeichen gegen eine „immer rigoroser und unmenschlicher werdene Abschiebepolitik” setzen, der „die Abwehr von Flüchtlingen wichtiger ist, als der Schutz bedrohter Menschen”.

Der Aachener Friedenspreis, der seit 1988 traditionell zum Antikriegstag am 1. September überreicht wird, geht erstmals nur an einen Preisträger, da der ebenfalls in die engere Wahl gekommene Bundeswehrmajor Florian Pfaff nicht die notwendige Zweidrittel-Mehrheit der Mitglieder erhalten hat. Pfaff hatte 2003 angekündigt, alle Befehle, die in Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Irak stehen könnten, zu verweigern. Er sollte daraufhin degradiert bzw. aus der Bundeswehr entlassen werden. Im vergangenen Jahr erhielt er für seine Position, wonach er sich nicht an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beteiligen könne, vor dem Bundesverwaltungsgericht Recht.

Ein Teil der Friedenspreis-Mitglieder konnte sich dennoch nicht durchringen, einen Berufssoldaten auszuzeichnen. Steinbicker bedauert dies und kündigte an, Pfaffs Haltung nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines drohenden Iran-Kriegs und einer ungewissen deutschen Beteiligung weiterhin zu publizieren und zu unterstützen.