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Aachen: Flugzeuge werden leiser und sparsamer

Aachen : Flugzeuge werden leiser und sparsamer

Man kann sich sicherlich eine angenehmere Nachbarschaft vorstellen als ausgerechnet einen Flughafen. Er gilt gemeinhin als Verursacher von Lärm, Umweltverschmutzung und Klimaveränderung.

Doch auf dem zweiten internationalen Aachener Luftfahrtkongress, Aachen Aviation Convention genannt, wurde auf dem Symposium „Nachbar Flughafen” ein etwas differenziertes Bild von der Luftfahrt gezeichnet. Obwohl der Flugverkehr mit jährlichen Steigerungsraten von fünf Prozent erheblich zugenommen habe, sei der Lärmlpegel insgesamt gesunken, erklärte Prof. Dr. Joachim Szodruch, Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt .

„Beim Lärm ist 50 Prozent Psychologie und 50 Prozent Physik.” Die Flugzeuge seien insgesamt ruhiger geworden, so Szodruch. Der Airbus A300 sei 1972 mit Abstand das leiseste Flugzeug gewesen, erläuterte Rainer von Wrede, Leiter der Umweltabteilung von Airbus in Toulouse, „doch es ist gleichzeitig das lauteste, das wir je gebaut haben.” Beim A380 habe man die Lärmemission trotz vierfacher Kapazität nochmals senken können.

Die Luftfahrtindustrie steht unter einem großen Druck. Sie muss sich zum Beispiel gegen die öffentliche Meinung verteidigen, maßgeblich zum Klimawandel beizutragen. Tatsächlich beträgt der CO2-Ausstoß pro Passagier und Kilometer rund 140 Gramm, mehr als bei jedem anderen Personenbeförderungsmittel.

Doch der Abstand zum Auto sinkt zunehmend: Im Vergleich dazu sind es nur noch etwa 15 Gramm mehr, bis zum Jahr 2020 möchte man die CO2-Emissionen sogar halbieren. Auch beim Lärm seien die Anstrengungen der Luftfahrt „viel dramatischer” als in der Autoindustrie, erst recht in Relation zur Bahn, meinte Joachim Szodruch.

Bei der Aachener Konferenz tauschten sich die rund 100 Teilnehmer auch über Sicherheitsfragen aus. Dabei ging es unter anderem um die so genannten Wirbelschleppen, also Luftverwirbelungen, die Flugzeuge hinter sich herziehen und die zum Teil als Kondensstreifen sichtbar sind. „

Für nachfolgende Flugzeuge stellen sie eine Gefahr dar”, erklärte Dietrich Knoerzer, wissenschaftlicher Referent für Forschung und Technologie bei der EU-Kommission. Das Problem sei auch auf Flughäfen relevant, um die An- und Abflughäufigkeit zu erhöhen. Sensoren seien entwickelt worden, die es Flugzeugen erlaube, ihre Intensität zu messen.

Darüber hinaus, so erklärte Professor Rolf Henke vom Institut für Luft- und Raumfahrt an der RWTH, könne man dieses Phänomen über kleinere Landeklappen und die Flügelgestaltung positiv beeinflussen.