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Willich/Düsseldorf: Flucht im Pappkarton: Trickausbruch beschäftigt Landtag

Willich/Düsseldorf : Flucht im Pappkarton: Trickausbruch beschäftigt Landtag

„Das ist der klassische Fall eines Trickausbruchs, den ich noch nicht erlebt habe”, sagt der Sprecher des Düsseldorfer Justizministeriums, Ralph Neubauer.

Dieser Trickausbruch ist Yasar Bayrak, einem zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilten Drogendealer, am Montag vergangener Woche aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich-Anrath gelungen.

Jetzt haben die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei ergeben, dass sich der 37-Jährige in der Gefängniswerkstatt in einem großen Pappkarton versteckt hatte, der zusammen mit anderen Kartons von einem Speditionslastwagen abgeholt worden war. Als der Lkw das Gelände verlassen hatte, sei Bayrak von der Ladefläche gesprungen. Von dem Häftling fehlt bislang jede Spur.

Die Polizei vermutet, dass Bayrak derzeit unter falscher Identität lebt und sich als 42-jähriger Ibrahim Yasin ausgibt. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) erklärte am Mittwoch, es werde untersucht, ob ein „Einzelfallversagen” oder „eine fehlerhafte Organisation” in der JVA für die Flucht ursächlich sei. Unterdessen fordert die SPD-Opposition im Landtag eine Aufklärung des Versagens der Sicherungssysteme.

Die Lkw-Ausfahrt ist offenbar nicht durch eine Schleuse gesichert, in der blinde Passagiere durch Infrarot- und Herzschlagmessungen enttarnt werden.