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Los Angeles: „Fluch der Karibik” 3: Furioses Ende der Piraten-Trilogie

Los Angeles : „Fluch der Karibik” 3: Furioses Ende der Piraten-Trilogie

Es ist ein finsterer Trip zum Ende der Welt - aber für die Fans der legendären „Piraten der Karibik” ein lang ersehntes Wiedersehen. Zum dritten und letzten Mal kämpft, segelt und liebt sich Johnny Depp als Captain Jack Sparrow durch die bunte und abenteuerliche Welt der Meere.

Das Erfolgsteam vor und hinter der Kamera ist auch in „Fluch der Karibik - Am Ende der Welt” wieder vereint - und liefert zum Abschluss der Trilogie ein atemberaubendes Feuerwerk an Tricks und Spezialeffekten. Vom Donnerstag an können die Zuschauer auch in Deutschland mit auf die wilde Fahrt durch Verrat, Gefahr und Abenteuer gehen.

Die Mission ist diesmal, den sagenhaften Captain Sparrow zurück ins Leben zu holen. Zur Erinnerung: Im zweiten Teil war er von einer Krake verschlungen worden und befindet sich jetzt mitsamt Schiff im Nirgendwo, am ausgetrockneten Ende der Welt.

Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley) verbünden sich für die Rettungsaktion mit dem tot geglaubten Captain Barbossa (Oscar-Preisträger Geoffrey Rush) - nichts kann sie aufhalten.

Gleichzeitig ist es Lord Beckett (Tom Hollander) gelungen, Kontrolle über das Geisterschiff des grausamen Tintenfischkapitäns Davy Jones (Bill Nighy) zu gewinnen. Mit Hilfe des von Elizabeth verschmähten Admirals Norrington (Jack Davenport) jagt er jetzt den Piraten hinterher.

Die abenteuerliche Aktion zur Rettung von Jack Sparrow führt seine Freunde in die Schwitzbäder von Singapur und mit dem chinesischen Piraten Captain Sao Feng (Chow Yun-Fat) durchs Eismeer. Unmögliches wird möglich, wie gehabt: Tote erstehen auf, Sterbliche werden unsterblich, Verfluchte erlöst.

220 Millionen Dollar (163 Millionen Euro) kostete die Produktion von Teil 2 und 3, die aus Budgetgründen zusammengelegt wurde. Die Reise ans Ende der Welt und zurück dauert ausgiebige 168 Minuten, und damit soll es nun - zumindest vorerst - auch gut sein.

„Nach fünf Jahren Arbeit ist die Trilogie jetzt definitiv beendet”, sagte Produzent Jerry Bruckheimer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Hollywood. Über eine Fortsetzung werde man, wenn überhaupt, erst nach dem Kinostart nachdenken.

Nach dem bombastischen Erfolg des zweiten Teils stehen die Macher unter enormem Druck. „Es ist beängstigend, eine Fortsetzung zu solch einem Blockbuster zu machen”, gibt Bruckheimer zu. Niemand hatte anfangs geglaubt, dass Piraten überhaupt ein Thema sein könnten. Und dann spielte „Fluch der Karibik” 1 als internationaler Kassenschlager 650 Millionen Dollar ein, getoppt von Teil 2 mit Einnahmen von mehr als einer Milliarde Dollar - der drittgrößte weltweite Filmerfolg aller Zeiten. Diesmal jedoch tritt der Film gegen die ebenfalls hitverdächtigen Fortsetzungsgeschichten „Spider-man 3” und „Shrek 3” an.

Den steigenden Erwartungen des Publikums an Spezialeffekte und Action entspricht der Film gleich am Anfang mit dem dampfenden Singapur, einer asiatischen Kulissenstadt auf Stelzen. Gebaut wurde sie in den Walt Disney Studios in Los Angeles.

Doch die Dreharbeiten führten das Team auch auf die Bahamas und die Bananen-Insel Dominika. Auf Hawaii feierte Hauptdarsteller Orlando Bloom seinen 30. Geburtstag. Jetzt steht für ihn fest: Er will wieder zurück nach London auf die Bühne.

Auch Johnny Depp steht laut Insiderberichten in Zukunft nicht mehr als Pirat zur Verfügung. „Der Abschied ist bittersüß”, sagt Bruckheimer. „Wir haben fünf Jahre lang zusammen gearbeitet und über sechs Stunden Unterhaltung für die ganze Welt geschaffen. Jetzt trennen sich unsere Wege.”

Im dritten Teil werden lose Enden zusammen geführt. Teil 2 wurde als zu action- und effektlastig kritisiert. Der Schlussteil ist nun wieder menschlicher, die Charaktere werden eigenwilliger. Und es darf auch viel gelacht werden. Das bibbernde Äffchen auf der Fahrt im Eismeer dürfte unvergesslich bleiben, aber auch der imposante Keith Richards (Rolling Stones) als Captain Teague.

Captain Jack Sparrow, dem Rum mehr als zugetan, wankend und lallend, aber immer charismatisch, ist diesmal umgeben von sich selbst und unterhält sich mit zahlreichen Unter- und Über-Ichs, die sogar in seinem Bart schaukeln - ein echtes Kinovergnügen.

Und auch wenn zurzeit eine Fortsetzung nicht zur Debatte steht, wurde da am Ende des Films nicht gerade Captain Sparrows Schiff entführt?