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Aachen: Flexible Kaffeedose der FH geht in Serie

Aachen : Flexible Kaffeedose der FH geht in Serie

Zwar haben Inka Fischer und Nadin Emrich beim Finale des Young Designer Award in New York nicht den ersten Preis gewonnen, aber die Designstudentinnen der Fachhochschule Aachen sind dennoch zufrieden: Geht doch ihre Kreation, eine flexible Kaffedose, demnächst in Serie.

Und wird zu Weihnachten in aller Welt als Geschenk ankommen - bei Geschäftskunden des niederländischen Chemiekonzerns DSM mit Hauptsitz in Heerlen, der auch den Design Award ausgelobt hatte.

Für den Prototypen hatten Inka Fischer (24) und Nadin Emrich (21) folgende Auflagen zu erfüllen: Er musste pfiffig sein, äußerlich etwas hermachen, das Thema Wohlgeruch aufgreifen, ein Gegenstand aus dem täglichen Leben sein. Zudem durfte er maximal 15 mal 15 mal 15 Zentimeter groß und in der Produktion nicht teurer als sieben Euro sein.

Schick und praktisch

„Wir haben uns spontan entschlossen mitzumachen. Wann kommt man schon mal nach New York? Auch die Idee mit der flexiblen Kaffeedose kam uns schnell”, sagt Inka Fischer und holt aus einer kleinen Kiste jenes Säckchen, das bei der New York Design Week im Stadtteil Chelsea die Juroren überzeugte. Doch das Stück sieht nicht nur gut aus, es macht auch Sinn: „Wer seinen Kaffee in der Packung lässt und ihn nicht in eine Dose füllt, wird feststellen, dass sich sein Aroma länger hält. In einer Dose kommt zu viel Luft an den Kaffee, was der Qualität nicht zuträglich ist. In der Verpackung bleibt er fast luftdicht. Dadurch hält er sich länger”, erklärt Nadin Emrich das Prinzip hinter der Erfindung.

Doch wer will sich eine Kaffeeverpackung in die Küche stellen, wo es doch so schöne Dosen gibt? „Das will keiner. Deshalb haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und eine flexible Dose entwickelt, in die man die Verpackung einfach reinstecken kann. Das sieht nicht nur gut aus, sondern hält das Pulver auch frisch”, sagt Inka Fischer. Dabei sind in den Prototypen aus Latex Magnete eingebaut, die die rollbare Dose an ihrer Oberkante bestens schließen und die Kaffeetüte im Inneren somit vor dem Eindringen von Luft schützen.

„Internationale Wettbewerbsfähigkeit”

Die Freude über den Erfolg ist nicht nur bei den FH-Studentinnen groß. „Unsere Präsenz auf dieser wichtigen Ausstellung zeigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Fachbereichs Design, die wir in Zusammenarbeit mit DSM in Heerlen eindrucksvoll unter Beweis stellen konnten”, sagt Professor Manfred Wagner vom Fachbereich 4, Design.

Der Fachbereich gliedert sich in zwei Studiengänge: Visuelle Kommunikation (mit den Studienrichtungen Grafik-Design beziehungsweise Medien-Design) und Produktdesign (mit den Richtungen Objekt-Design/Interior-Design). Nach erfolgreicher Bewerbung für einen Studiengang wählen die Studierenden nach dem Grundstudium ihre persönliche Studienrichtung, in dem sie am Ende des Studiums ihre Diplomprüfung ablegen.

Unabhängig von der Studienrichtung finden übergreifende Projekte statt, womit dem interdisziplinären Arbeiten in der Praxis Rechnung getragen wird. Durch projektbezogenes Arbeiten auch in semesterübergreifenden Gruppen soll Teamarbeit und Kooperation gefördert werden. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester - derzeit sind zirka 500 Studenten immatrikuliert.

„Ideales Klima”

Inka Fischer und Nadin Emrich loben vor allem die persönliche Atmosphäre an der Hochschule. „Man ist hier mehr als eine Matrikelnummer. Das ist ein ideales Klima, um kreativ zu sein”, meint Inka. Und Partnerin Nadin stimmt zu: „Hier kommt man auf richtig gute Ideen.” Seit 2002 sind Inka aus Kaarst bei Düsseldorf und Nadin aus Hürth bei Köln an der Aachener Fachhochschule eingeschrieben - und seitdem sind sie auch ein kreatives Team. „Der Erfolg mit der Kaffeedose spornt uns natürlich unheimlich an. Es ist ein tolles Gefühl, dass einem so was schon in jungen Jahren gelingen kann”, sagt Inka.

Ideen gibt´s genug. Auch für die Zukunft. Nadin: „Wer kreativ tätig ist, hat immer Ideen im Kopf, lässt sich permanent von seiner Umgebung inspirieren.” Ob in Aachen oder in New York.