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Firmen fordern mehr Hilfe von der Landesregierung

Firmen fordern mehr Hilfe von der Landesregierung

Köln.Die deutsche Filmbranche sieht sich einer Studie zufolge noch nicht über den Berg.

Nach Jahren der Umsatzrückgänge erwarten 61 Prozent der Unternehmen auch in den kommenden beiden Jahren eine Stagnation.

Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Nur 39 Prozent rechneten mit einem Aufwärtstrend. Grund für die Entwicklung sei vor allem die schwierige Lage der TV-Sender als wichtigste Abnehmer der Branche gewesen.

Für die Studie befragte man 405 Unternehmen an den Standorten Berlin, Hamburg, Köln und München. Am zufriedensten mit den Standortbedingungen äußerten sich in Köln und München ansässige Unternehmen.

In der Krise in der deutschen Filmbranche ist der Standort Köln einer Studie zufolge aus dem Gröbsten heraus.

Knapp die Hälfte der Kölner Filmunternehmen berichtet von steigenden Umsätzen in diesem Jahr, nur jedes vierte beklagt Umsatzrückgänge, wie eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ergab.

In der „deutschen Fernsehhauptstadt” seien die Geschäfte 2003 damit deutlich besser gelaufen als an den anderen großen Filmstandorten München, Berlin und Hamburg.

Zuversichtlich sind die Kölner Unternehmen der Studie nach auch für das kommende Jahr: Knapp die Hälfte von ihnen rechnen für 2004 mit steigenden Umsätzen.

Fast drei Viertel der Kölner Firmen wünschen sich allerdings ein stärkeres Engagement der Landesregierung. Für die Studie befragte Ernst & Young insgesamt 405 Unternehmen der Filmbranche, davon rund 100 in Köln.

Zur Filmwirtschaft gehören TV-Produzenten, Kino-, Werbe- und Industriefilmproduzenten, Filmverleiher, Kinobetriebe sowie TV- und Hörfunksender.

Die in Köln ansässigen Firmen - überwiegend mittelständische Betriebe - profitieren demnach vor allem vom Erfolg der großen TV- Sender RTL und WDR.

„Die großen Sender sind das Rückgrat der Branche in Köln”, sagt der Ernst & Young-Partner York Zöllkau, verantwortlich für die Bereiche Technologie, Kommunikation und Unterhaltung. „Umgekehrt ist das Netzwerk der vielen Zuliefer-Produktionsfirmen der große Standortvorteil der TV-Sender”, sagt Zöllkau.

In der weit reichenden Zusammenarbeit sieht Zöllkau allerdings auch eine Gefahr: „Es macht die TV-Sender ein Stück weit abhängig. Je mehr Auftragsproduktionen extern vergeben werden, umso weniger stärkt das die Sender.”

Zur Krise der Filmbranche in Deutschland kam es im Jahr 2001. Sinkende Werbeeinnahmen der Fernsehsender und ein schwaches Kinogeschäft sorgten seitdem für stagnierende oder sinkende Umsätze.

Nun aber erlebt der Standort Köln als bisher einziger der vier großen die Trendwende, wie die Untersuchung hervorhebt. Rund 15000 Menschen arbeiten in der 800 Unternehmen umfassenden Film-, Fernseh und Hörfunkbranche Kölns.

Große Arbeitgeber sind neben WDR und RTL auch die Privatsender Vox, SuperRTL, Viva, Viva Plus und Onyx; dazu kommen die Hörfunksparte des WDR mit seinen fünf Programmen und der Deutschlandfunk.

In den Kölner Studios entstehen so bekannte Sendungen wie „Wer wird Millionär?”, die „Harald- Schmidt-Show”, Stefan Raabs „TV-Total” und „Deutschland sucht den Superstar”.

Köln muss sich allerdings - wie der ebenfalls starke Standort München - auch künftig gegen die Konkurrenz aus Berlin durchsetzen. Die Hauptstadt nehme an Bedeutung weiter zu als kulturelles wie auch gesellschaftliches Zentrum der Bundesrepublik, urteilte Ernst & Young.

Die Schwäche der Metropole sei allerdings, dass sie keinen starken Fernsehsender habe.