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Geilenkirchen-Teveren: Fieberhafte Suche nach Tätern und Pistole

Geilenkirchen-Teveren : Fieberhafte Suche nach Tätern und Pistole

Mit großem personellen Aufwand sucht die Polizei nach zwei oder drei Männern, die am Freitagabend auf einem Weg neben dem Nato-Gelände in Geilenkirchen einen 46-jährigen Polizeikollegen der Wache Geilenkirchen überfallen, verletzt und seiner Waffe beraubt haben.

Nach ersten Erkenntnissen war der in der ganzen Umgebung bekannte „Fahrradpolizist” gegen 20.35 Uhr mindestens zwei verdächtigen Männern in die Quere gekommen, als diese offensichtlich versuchten, mit einem Bolzenschneider oder ähnlichem Handwerkzeug den Zaun der Nato- Airbase zu beschädigen.

Der Beamte hatte es noch geschafft, über Mobiltelefon die Polizeileitstelle in Heinsberg anzurufen und um Unterstützung zu bitten. Das Gespräch wurde aber abrupt unterbrochen, noch bevor er die unbekannten Personen ansprechen konnte.

Vermutlich wurde der 46-Jährige sofort angegriffen und mit dem Bolzenschneider niedergeschlagen. Dabei erlitt er Verletzungen am Kopf, die kurzfristig zur Bewusstlosigkeit führten. Dann fesselten ihn die Männer an einen Baum, stahlen ihm die Dienstwaffe, Handy und persönliche Gegenstände.

Die Leitstelle hatte sofort reagiert und eine Suche nach ihrem Kollegen eingeleitet. Eine Streife der Militärpolizei der Nato fand den Verletzten etwa 20 Minuten später in der eisigen Kälte und brachte ihn zum Haupttor des Awacs-Verbandes. Hier wurde der Polizist im Rettungswagen von einem Notarzt versorgt und anschließend ins Geilenkirchener Krankenhaus gebracht.

Die Polizei leitete sofort eine Ringfahndung ein und forderte Verstärkung an. Diese rückte im Laufe der folgenden Stunden aus den Nachbarkreisen an. Auch Einheiten aus drei Polizeihundertschaften aus ganz NRW wurden zum Absperren eines Großteils der Teverener Heide herangezogen. Rund 350 Polizisten waren im Einsatz.

Mit „Hummel 5” hatte die Einsatzführung auch einen Polizeihubschrauber mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera im Einsatz. Unterstützt wurde die Polizei von der Militär-Polizei und Civil-Guard des Awacs-Verbandes sowie vom Nato-Fire-Department, das ihre Feuerwehrfahrzeuge zum Ausleuchten des Tatortes zur Verfügung stellte.

Spurensuche

Gegen 1.45 Uhr in der Nacht erreichte der Erkennungsdienst des Polizeipräsidiums Aachen den Tatort und nahm sofort die Ermittlungsarbeit und Spurensuche auf. Die Beamten stellten auch ein kleines Stück des Zaunes von der betroffenen Stelle sicher. Dies soll offensichtlich Aufschluss darüber geben, ob der Zaun in der Tatnacht oder bereits Tage zuvor zerschnitten worden ist.

Das Fahrrad des verletzten Polizisten war von der Tätern ins Gebüsch geworfen worden. Es lag etwa zehn Meter neben dem Weg, der zum früheren Grotenrather Heideparkplatz führt. Der Fahrradhelm des niedergeschlagenen Polizeibeamten lag neben dem Baum am Boden und war durch eine rot-weiße Pylone markiert.

Weil sich das Geschehen bei minus 4 Grad über die ganze Nacht hinzog, war die Verpflegungseinheit des Deutschen Roten Kreuzes zur Versorgung der Einsatzkräfte mit heißen Getränken und Erbsensuppe zum Einsatzort beordert worden. Als Sammelplatz für alle Einsatzkräfte fungierte der Grotenrather Heideparkplatz.

Am Samstag setzte die Polizei die Spurensuche bei Tageslicht fort. Dutzende Polizeibeamte durchkämmten bei der Suche nach der Dienstwaffe und Spuren stundenlang Wald und Flur. Jenseits des Zaunes, auf dem Gelände des Nato-Verbandes, machten es ihnen Angehörige der Civil Guard gleich, weil angenommen werden konnte, dass die Täter die Pistole eventuell über den Zaun geworfen hatten.

Diensthundeführer schickten, wie schon in der Nacht, ihre ausgebildeten Hunde ebenfalls auf die Fährte. Bisher gibt es aber weder Hinweise auf die Täter, noch auf Hintergründe und Motiv.