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Aachen: FH-Alarm: Beratungskollaps droht

Aachen : FH-Alarm: Beratungskollaps droht

Die Fachhochschule schlägt Alarm: Mit einem dramatischen Appell wenden sich Aachener Professoren und Studenten an die Düsseldorfer Landesregierung. Ihre Befürchtung: Sollte das ehrenamtliche studentische Engagement in den Gremien der Fachhochschule nicht bei der Einrichtung von Studienkonten berücksichtigt werden, drohe mittelfristig der totale Beratungs-Kollaps.

„Wie sollen wir Studenten für die wichtige Arbeit in den Fachschaften gewinnen, wenn ihnen diese Zeit nicht einmal in Form von Bonus-Semestern honoriert wird?”, fragt sich Professor Günter Dahl, der Vorsitzende des Aachener FH-Senats. Die Fachschaften seien vor allem in Sachen Beratung die erste Anlaufstelle für Studenten: „Unsere Fachhochschule kann diese Beratung mit eigenem Personal nicht leisten. Vor allem Erstsemester drohen deshalb auf der Strecke zu bleiben.”

Tiefe Einschnitte

Mangelnde Beratung führe jedoch zu längeren Studienzeiten, fürchtet Professor Dahl. Die Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Fachhochschule, Meike Pilsl, rechnet daneben mit tiefen Einschnitten in das politische Hochschulleben: „Ohne funktionierende Fachschaften fehlt uns die nötige Basis, um Vertreter für das Studierendenparlament oder andere Gremien zu rekrutieren.”

Ursache der Aufregung ist das neue NRW-Studienkontenfinanzierungsgesetz, welches voraussichtlich im kommenden Semester erstmalig Anwendung findet. Bis zu drei Bonussemester werden demnach nur den gewählten Vertretern in Organen der Hochschule (zum Beispiel Senat oder AStA) gewährt. Ausgeschlossen von dieser Regelung ist die Mitarbeit in Gremien wie den Fachschaftsräten. Für die FH ist dies ein Skandal: „Die Landesregierung muss um die Folgen einer solchen Regelung wissen. Deshalb kann dahinter nur die Absicht stecken, die politische Organisation der Studierenden zu untergraben”, kritisiert Professor Dahl scharf.

Unterschriftenliste

Trotz gelegentlicher Differenzen stehe die Hochschulleitung deshalb hinter den Fachschaftsräten. Bis zu 80 Prozent aller Dozenten hätten ihren Protest bereits in Form einer Unterschriftenliste dokumentiert. Nach Abschluss dieser Aktion würden die Listen an Landtagsabgeordnete und das Ministerium verschickt, so Professor Dahl.