„Feuer und Flamme“: Feuer und Flamme bei den 45. Aachener Bachtagen

„Feuer und Flamme“ : Feuer und Flamme bei den 45. Aachener Bachtagen

„Feuer und Flamme“ betitelt der Annakantor und musikalische Leiter der Aachener Bachtage, Georg Hage, die 45. Auflage des traditionsreichen Aachener Musikfestes. Und eröffnet damit einen Reigen, der sich ganz den Elementen widmet.

Ein bisschen Höllenfeuer und sehr viel glühenden Glauben vereint er in den sieben Konzerten und einem Gottesdienst zwischen dem 3. und 26. November.

Der Kammerchor widmet sich mit Unterstützung des Bonner Kammerchores am Sonntag, 11. November, um 17 Uhr in der Kirche St. Michael in der Jesuitenstraße Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ und vor allem Ferdinand Ries‘ Oratorium „Der Sieg des Glaubens“. Es wurde beim Aachener Musikfest 1829 uraufgeführt und Domkapellmeister Berthold Botzet hatte es im vergangenen Jahr für Aachen erfolgreich wiederentdeckt. Zum Glück, wie Hage findet: „Ries ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten.“

Das „feurigste“ Chorwerk steht am Ende der Bachtage: Mendelsohn-Bartholdys „Elias“ spart nicht mit dem brennenden Element – ob nun bei der vergeblichen Beschwörung des Gottes Baal, der mächtigen Antwort des alttestamentlichen Gottes („Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer…“) oder Elias‘ Himmelfahrt in einem „feurigen Wagen mit feurigen Rossen“. Da besonders für das zweite Chorkonzert die Kartennachfrage immer sehr groß ist, startet Hage in diesem Jahr den Versuch von zwei Aufführungen: Sonntag, 25. November, um 17 Uhr und Montag, 26. November, um 19.30 Uhr singt der Oratorienchor des Aachener Bachvereins in der Kirche St. Michael in der Jesuitenstraße.

Aber auch am Beginn wird es „heiß“, wenn beim Festgottesdienst mit Kantate zum Mitsingen und -spielen Bachs Werk „O ewiges Feuer, Ursprung der Liebe“ und Auszüge aus Händels Feuerwerksmusik zu hören sein werden (Sonntag,
4. November, 11 Uhr, Annakirche).

Gar nicht bombastisch, aber ebenso reizvoll ist das restliche Programm der 45. Aachener Bachtage, das komplett in der Annakirche zu hören sein wird: Gestartet wird wie immer mit einem Jazzkonzert (Samstag, 3. November, 19.30 Uhr), dieses Mal mit dem Dieter-Ilg-Trio und seinem Programm „B-A-C-H“. Das Orgelkonzert bei Kerzenschein gestaltet Matthias Neumann am Sonntag, 4. November, um 17 Uhr mit Werken von Bach, Olivier Messiaen und Max Reger – auch hier gibt es viel Feuer-Symbolik. Justus Thorau, bis zum Sommer Interims-Generalmusikdirektor des Theater Aachen, leitet das noch junge Ensemble „Sinfonieorchester Aachen barock“ beim „Bach-Recital“ am Dienstag, 13. November, um 19.30 Uhr. Hage freut sich außerdem auf ganz besondere Gäste beim Kammerkonzert am Sonntag, 18. November, um 17 Uhr: Stefan Schardt ist einer der besten Barockgeiger Deutschlands, Elisabeth Wand und Michael Borgstede sind am Violoncello und am Cembalo ebenfalls großartig.“

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