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Köln: Festival „lit.Cologne” geht in die vierte Runde

Köln : Festival „lit.Cologne” geht in die vierte Runde

Beim vierten Mal tut nichts mehr weh. Und so hat das Kölner Literaturfest „lit.Cologne” die Schwierigkeiten der ersten Auflagen endgültig hinter sich gelassen.

Die Finanzierung steht, die Sponsoren sind an Bord, die Veranstaltungen sind erstklassig besetzt - die Organisatoren schauten am Mittwoch rundum zufrieden drein, als sie im Kölner Hyatt Hotel das Programm vorstellten.

Was das Team rund um die Geschäftsführer Werner Köhler, Edmund Labonté und Rainer Osnowski auf die Beine gestellt hat, sucht zumindest deutschlandweit seinesgleichen. Über 240 Autoren, Schauspieler und Moderatoren werden an den fünf Tagen und Nächten vom 17. bis 21. März Köln zur Hauptstadt der Literatur machen. Knapp 90 Veranstaltungen sind geplant, und wenn dieses abgedroschene Wort zutrifft, dann hier: Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Richtig spannend wird das Programm durch interessante Schwerpunkte und Zusammenstellungen: Literatur, Kunst, Musik, Theater, Kino - alles kommt zusammen. So treffen die Schriftsteller Uwe Timm und Peter Härtling aufeinander, die sich beide ganz persönlich mit der Kriegs- und Nachkriegszeit auseinandergesetzt haben (Donnerstag, 18. März, 20 Uhr im Schauspielhaus).

Der Maler Georg Baselitz wird mit dem Autor Ingo Schulze über die gemeinsame Heimatstadt Dresden reden (Freitag, 19. März, 20 Uhr im Museum Ludwig), der Schriftsteller Maxim Biller mit seiner Mutter Rada über ihre Kindheit (ebenfalls 19. März, 19 Uhr in der Schlosserei des Schauspielhauses).

Freunde des runden Leders sollten sich den Themenabend „11 Freunde. Aus spitzem Winkel ins Tor der Welt” am Donnerstag, 18. März, um 20 Uhr im Theater am Tanzbrunnen vormerken. Es laufen die Kult-Sportreporter Manni Breuckmann, Günter Koch, Werner Hansch und Marcel Reif auf, der Philosoph Klaus Theweleit wird über den Zusammenhang von Videospielen und Taktik räsonieren, und Ex-Profi Joachim Hopp legt Platten auf.

Die Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch, 18. März, 20 Uhr im Klaus-von-Bismarck-Saal des WDR wird von Roger Willemsen moderiert und hat als Höhepunkt die Verleihung des Deutschen Hörfunk Preises. Die bereits so gut wie ausverkaufte Abschlussgala am Sonntag, 21. März, um 20 Uhr in der Philharmonie sieht Elke Heidenreich als Gastgeberin unter anderem von Mario Adorf und Hannelore Elsner.

Schwerpunkt des Abends wird der früh verstorbene walisische Dichter Dylan Thomas sein. Heidenreichs Motto: „Ich will, das die Leute schluchzen vor Liebe zur Literatur.” Geschluchzt werden darf auch beim Themenabend „Der Trost der Melancholie”, den Willemsen präsentieren wird. Und anderem mit dabei am Samstag, 20. März, um 20 Uhr im Theater am Tanzbrunnen: Meret Becker und der großartige Walter Schmidinger.

Wer sonst noch kommt? Zum ersten Mal ein Literatur-Nobelpreisträger: Dario Fo. Außerdem Gerhard Polt, Robert Gernhardt, Urs Widmer, Peter Rühmkorf, Martin Suter, Jeffrey Eugenides, Nick Hornby, jede Menge Finnen, jede Menge Nachwuchsautoren und und und. Natürlich hat auch das Programm für Kinder, die lit.kid.Cologne, seinen festen Platz - und mit der Imhoff-Stiftung auch einen neuen Förderer.

Der Vorverkauf für die lit.Cologne läuft seit Mittwoch. Karten gibt es auch in allen Zweigstellen unserer Zeitung.