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Düsseldorf: Fast 10 Millionen Euro für Beuys-Arbeiten

Düsseldorf : Fast 10 Millionen Euro für Beuys-Arbeiten

Insgesamt 59 Werke des Künstlers Joseph Beuys (1921 - 1986) aus der Privatsammlung Günter Ulbricht (1926 - 1992) sind jetzt im Besitz der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) in Düsseldorf.

Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Landes sowie der Kunststiftung NRW, von Banken und Unternehmen hätten die Arbeiten für einen Betrag „deutlich unter zehn Millionen Euro” erworben werden können.

Das sagte der nordrhein-westfälische Kulturminister Michael Vesper (Grüne) am Donnerstag in Düsseldorf. Die Summe, „zum größten Teil aus privaten Geldern”, sei nicht „überhöht”. Auf dem Kunstmarkt hätte sie übertroffen werden können, sagte Vesper.

Die Zeichnungen, Vitrinenarbeiten und Plastiken des gebürtigen Niederrheiners und Düsseldorfer Kunstprofessors waren teils bereits seit 1991 für zehn Jahre als Leihgaben in der Landesgalerie zu sehen.

Mit dem Ankauf, den die beiden Töchter Ulbrichts als Erbinnen seit einem Jahr vorangetrieben hatten, sei ein „lang gehegter Wunsch” in die Tat umgesetzt worden, betonte Kunstsammlungsdirektor Armin Zweite.

Die Arbeiten aus der Ulbricht-Sammlung, die aus allen Schaffensperioden Beuys von 1944 bis 1985 stammen, ermöglichten einen „Einblick in die Vorstellungswelt, die Schaffenskraft und Intentionen des Künstlers”, so Zweite. Auch ergänzten sie sich mit Beuys-Beständen der Kunstsammlung aus dem Raum füllenden „Palazzo Regale” oder der „Capri-Batterie” als Dauerleihgabe des Landes NRW.

Neben zahlreichen Bleistiftzeichnungen wie „Hirtin sieht Unheil” oder „Eiszeit”, einer großen Diagrammzeichnung zur „Direkten Demokratie” und Collagen unter Titeln wie „Atomkraftwerk” stammen nach Angaben Zweites „wichtige Hauptobjekte” aus der Privatkollektion Günter Ulbricht.

Darunter ist neben der Holzskulptur mit weißem Hemd und Kernseife „Nasse Wäsche Jungfrau I” und der Installation „Konzertflügeljom” als Relikt eines von Studenten im Berlin des Jahres 1969 erstürmten Fluxus-Konzertes auch die Bodenplastik „Das Ende des 20. Jahrhunderts”.

Die fünf Basaltsteine mit herausgefrästem Kegel sind Teil der Beuys-Aktion zur documenta von 1982, bei der der Künstler „7000 Eichen” gegen die „Stadtverwaltung” hatte pflanzen lassen wollen.

Über den Beuys-Ankauf zeigte sich Zweite „außerordentlich erfreut”. Auch gebe er die Hoffnung auf einen Erweiterungsbau für das K20 nicht auf, bemerkte der Museumsdirektor.

Ein Architekturwettbewerb sei geplant, der noch in diesem Jahr zu einem Ergebnis führen werde, sagte er. Minister Vesper betonte, „bei der Zusage bleibt es”, doch gebe er keine Prognose für die Realisierung ab.