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Aachen: Fall Max Luca: Sieben Fluchten ins Frauenhaus

Aachen : Fall Max Luca: Sieben Fluchten ins Frauenhaus

Im Tötungsprozess um den zweijährigen Max Luca stand vor der Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht am Donnerstag zunächst die Kindesmutter im Fokus.

Denn der Anwalt des Hauptangeklagten Jörg B., 42, befragte die 22-Jährige unmittelbar, Christoph Klein: „Hatten Sie denn Vertrauen in die Erziehungsmethoden von Herrn B.? Sind Sie daraufhin strenger geworden?”

„Nein, bin ich nicht”, antwortete die ebenfalls wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen mit angeklagte Frau, „ich bin viel zu lieb” und „ich würde das nie so machen, das ist doch ein Kind”, kam es unter Tränen heraus. Gewehrt hat sie sich jedenfalls nicht im September 2007, als sie merkte, dass ihr Lebensgefährte die Sache mit der Erziehung anders sieht.

Denn er riet ihr andauernd, mehr Strenge gegenüber dem Kind an den Tag zu legen. Strenge, die der Angeklagte nach Zeugenaussagen auch früher schon bei seiner eigenen Tochter anwandte.

Die heute 15-Jährige soll er, das sagte eine frühere Lebensgefährtin aus, wie jüngst den kleinen Max Luca mit kalten Duschen und Schlägen bestraft haben. Ein brutales Schütteln des Kindes soll laut Anklage Max Lucas Tod verursacht haben.

Er sei eben besonders nach übermäßigem Alkoholgenuss gewalttätig geworden, sagte die Ex-Freundin aus Mechernich. „Sieben Mal bin ich vor ihm in die umliegenden Frauenhäuser geflohen.” Oft habe sie nachts mit den Kindern auf der Straße gestanden. „Ich war ihm hörig.”

Der behandelnde Kinderarzt sagte aus, Max Luca habe trotz mehrerer Versuche auf der Intensivstation nicht mehr von sich aus atmen können. Der Arzt stellte den Hirntod fest und beendete in Übereinkunft mit den Eltern nach fünf Tagen die künstliche Beatmung des Kindes.

Der Prozess wird am Freitag ab 9 Uhr fortgesetzt.