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Kohlenmief und FDP-Bank: Fachleute planen für das NRW-Museum

Kohlenmief und FDP-Bank : Fachleute planen für das NRW-Museum

Es gibt noch keine Sammlung, aber Ideen: Das Bindestrichland Nordrhein-Westfalen soll in Düsseldorf ein Haus der Geschichte bekommen. Im Plenarsaal des Landtags wollen sich am Freitag 150 Experten informieren und austauschen.

Nordrhein-Westfalen bekommt ein Haus der Geschichte - aber was dort einmal gezeigt wird, ist noch unklar. Eine Konferenz mit Sachverständigen im Düsseldorfer Landtag soll Impulse für das geplante Museum geben.

Etwa 150 Fachleute aus Museen, Universitäten sowie den Landschaftsverbänden aus Westfalen-Lippe (LWL) und dem Rheinland (LVR) treffen sich deshalb an diesem Freitag im Plenarsaal des Landtags. Dabei kommen auch Vertreter bereits bestehender Geschichtsmuseen zu Wort, etwa vom Haus der Geschichte in Bonn, das eines der meistbesuchten Museen Deutschlands ist.

Der NRW-Landtag hatte im Januar 2018 grünes Licht für das Geschichtsmuseum gegeben und treibt seitdem die Planungen fort. Ein Wunschstandort ist das historische Mannesmann-Haus in der Nähe des Landtags am Rheinufer in Düsseldorf.

„Das Museum soll verdeutlichen, dass Nordrhein-Westfalen eine eigene Geschichte hat, die alle betrifft“, sagt Guido Hitze, der Leiter der Planungsgruppe des Landtags. Schwerpunktmäßig solle es die Zeit seit der Gründung des Landes 1946 umfassen. Zum 75-jährigen Bestehen von NRW im Jahr 2021 soll es jedenfalls eine Ausstellung geben, hatte Landtagspräsident André Kuper bekräftigt.

Das Museum in Gründung hat noch kaum Ausstellungsstücke gesammelt. Aber natürlich halten die Planer Ausschau, auch nach privaten Sammlerstücken. „Das, was die Leute in ihren Kellern oder Dachböden haben: Objekte mit Geschichte“, meint Hitze. Das Haus solle nicht nur Objekte zeigen, sondern Themen auch inszenieren und multimedial darstellen. Das könnte auch eine Geruchsprobe aus der Luft des Ruhrgebiets der 1950er Jahre sein.

Eine Abgeordnetenbank aus der FDP-Fraktion des alten Bonner Bundestages aus den 1950er Jahren ist bereits angekauft: Sie erinnert daran, dass die Liberalen seinerzeit in Düsseldorf die Koalition mit der CDU platzen ließen, weil Kanzler Adenauer im Bund eine für die FDP negative Wahlrechtsreform anstrebte.

(dpa)