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Aachen: Ex-Lehrer sticht auf Betreuer ein

Aachen : Ex-Lehrer sticht auf Betreuer ein

Der Angeklagte vor dem Aachener Schwurgericht ist ein Betreuungsfall, seit dem Jahr 2000 etwa steht er unter Aufsicht eines vom Gericht bestellten Aufpassers.

Der Grund: Der 49-jährige Ex-Lehrer aus Schleiden ist völlig dem Alkohol verfallen, kann seit Jahren schon seinem Beruf nicht mehr nachgehen. Das alles ist zwar tragisch, aber ansonsten für die Allgemeinheit nicht sonderlich bemerkenswert. Was sich aber am 28. September 2004 gegen 14 Uhr in der Wohnung des Mannes abspielte, brachte ihn wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor die Schwurgerichtskammer.

Denn „im Delirium”, wie der Philologe und Theologe am Mittwoch der Kammer erklärte, hatte er mit dem Brotmesser auf seinen Betreuer eingestochen, „weil ich dachte, er will mich über das Balkongeländer stürzen”. Das 54-jährige Opfer schilderte, wie er den abrupten Überfall des „sonst lieben Menschen” überlebte. Die etwa 17 Zentimeter lange Klinge traf seinen Kopf, rutschte auf dem Knochen ab und verursachte eine etwa sieben Zentimeter lange Wunde.