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Aachen: Esterhazy wünscht sich ein Festival

Aachen : Esterhazy wünscht sich ein Festival

Alle sind sie im Moment noch etwas müde, aber zugleich auch glücklich, denn die langen Tage und Nächte des 22. NRW-Theatertreffens mit rund 3500 Zuschauern haben vor und hinter den Bühnen allerhand Kraft gekostete.

Zehn Produktionen von Theatern aus NRW in einer Woche, zusätzlich ein buntes Rahmenprogramm mit Jazz und Dichterinnen-Picknick, einer Uraufführung, vielen Diskussionen - Generalintendant Paul Esterhazy und Manfred Langner, Intendant des Grenzlandtheaters, deren Kooperationen gleich im ersten Anlauf bestens funktionierte, sind mehr als zufrieden.

„Für mich ist das eine Bestätigung dafür, dass das Aachener Pflaster für Festivals dieser Art wunderbar geeignet ist”, meint Esterhazy. „Hier gibt es ein Publikum, das sich auch sinnlich an etwas beteiligen möchte, dieses Gefühl aber gern mit ästhetischen Eindrücken verbindet.”

Und dieses Publikum hat spontan eine Initiative gegründet, die ihren Favoriten jenseits der offiziellen Jury wählte: Shakespeares „Was ihr wollt” aus Münster und darin die Schauspieler Jürgen Wink („Malvolio”) und Marie-Claire Ludwig („Feste”, die Frau hinter der Bar).

Ab sofort wird der Generalintendant aktiv eine Idee verfolgen, die er schon lange hat: „Eine Festival-Idee, etwas Regelmäßiges, vielleicht auch unter dem Euregio-Aspekt.”

Nicht zuletzt die unkonventionelle Arbeitsweise und Flexibilität von Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch und dem Sinfonieorchester Aachen lassen ihn diese Pläne weiter verfolgen.

Esterhazy hat Erfahrung, schließlich war er vor 15 Jahren Mitbegründer des Freiburger Zelt-Musik-Festivals.

„In einer Stadt mit 40.000 Studenten, die man einbeziehen muss, kann so etwas gut gehen.” Der Blick auf gewachsene Strukturen vertrage sich gut mit einem Bürgerfest.

Die Stück-Auswahl sei zwar gut angekommen - „...aber da kann man noch Dinge verbessern, das Verfahren verfeinern.”

Was ihm aufgefallen ist: „Die Offenheit, mit der man in Aachen Produktionen begegnet ist, die woanders auf Widerspruch gestoßen sind.”

Freundschaften wurden auch im Bereich der Technik geknüpft. „Ein wichtiger Faktor, wenn so ein Festival gelingen soll.”