1. Kultur

Eschweiler: Eschweiler Music Festival: Stars zum Nulltarif

Eschweiler : Eschweiler Music Festival: Stars zum Nulltarif

Wenn ein Konzert zum Volksfest mutiert, muss etwas Besonderes geschehen sein: 10 000 Menschen kamen am Freitag zum Eschweiler Music Festival, um die Kölsch-Rocker von Brings hautnah zu erleben.

Besucherrekord. Es passte eben alles: Wetter, Musik und Atmosphäre. Kaum war der letzte Akkord von Peter Brings & Co. verstummt, ging die Party in den Gaststätten weiter, wo jede Menge Bands aus der Region die musikalische Vielfalt zelebrierten. Unter dem Strich besuchten über 20.000 Menschen das Festival, das sich nur über Sponsoren finanziert.

Dass Musik zum Nulltarif keineswegs mit einem Verlust der Qualität einhergehen muss, war dann spätestens am Festivalsamstag klar. Jasper vant Hof, die niederländische Nummer eins an den Tasten, holte für sein Projekt Pili Pili eine Reihe hervorragender Musiker mit ins Boot.

Herausragend agierte die Rhythmus-Section der Ethno-Band: Der gefragte Studio-Bassist Frank Itt und Schlagzeuger Marlon Klein legten eine tanzbaren Groove hin, der garniert wurde von Perkussionist Dra Diarra. Selten gelang eine solch harmonische Symbiose zwischen dem Jazz der westlichen Welt und der afrikanischen Kultur.

Die Stimme der Band war an diesem Abend Mabinthy Sakho, die auch schon mit Peter Gabriel auf der Bühne stand. Eher in rheinischen Gefilden fühlt sich Brings wohl, die frei nach ihrem Gassenhauer eine „superjeile Zick” versprachen.

Diese Mission gelang vollends, obwohl die Band letztlich stark in die Fünfte Jahreszeit abdriftete, damit aber die Stimmung auf den Höhepunkt trieb.

Vielseitig präsentierte sich das EMF auch bei der so genannten Kneipen-Rallye: Die musikalische Reise führte von Blues (Saturday night fish fry, Somebody wrong Bluesband, Chapter four) über Jazz (Milchkännchen, Dixieland Stompers, Take four, Muckefuck Jazz Orchestra) nach Rock und Pop (DKD, Garland, Nazareth).

Die letzten Töne waren einer Rock-Legende am Sonntag vorbehalten: Die Roaring Stones verabschiedeten die Festival-Besucher mit Klassikern der Rolling Stones.