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Aachen: Es ist Zeit, über die Lehre zu reden

Aachen : Es ist Zeit, über die Lehre zu reden

Normalerweise wird kein Forschungsminister für die Übergabe von 66 gebrauchten Computern eingeladen. Doch im Fall der Computer, die den Studenten jetzt im CIP-Pool am Audimax der RWTH zur Verfügung stehen, reiste nicht nur Andreas Pinkwart aus Düsseldorf an.

Auch hochrangige Vertreter international agierender Unternehmen ließen sich am Templergraben blicken. Aus Chicago wurde gar Hulas King erwartet, hochrangiger Manager von General Motors, allerdings verhinderte ein Schneesturm den Start seines Flugzeugs.

Es liegt also eine besondere Bedeutung in dem Beitritt der RWTH Aachen zur Pace-Initiative, die Mittwochvormittag offiziell vollzogen wurde.

Denn die vor neun Jahren von General Motors, Electronic Data Systems (EDS) und Sun Microsystems gegründete und durch Siemens PLM Software und Hewlett Packard erweiterte Gemeinschaft ist ein kleiner, elitärer Kreis von Technologieunternehmen in Verbindung mit renommierten Universitäten.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist ebenso dabei wie die Virginia Tech, die University of Toronto und die Shanghai Jiao Tong University. Und jetzt, neben der TU Darmstadt, eben auch die RWTH.

Man habe mit der Exzellenz-Initiative viel für die Forschung getan, sagte NRW-Forschungsminister Pinkwart, aber jetzt sei es an der Zeit, „dass wir uns über die Lehre unterhalten”. Studenten sollten schon während des Studiums Gelegenheit erhalten, mit derselben Hard- und Software zu arbeiten, die sie auch im späteren Berufsleben erwartet.

Denn die von Pace gesponserten Rechner sind, unter anderem, mit dem CAD-Programm „NX” ausgestattet, einer Anwendung, mit der Produkte aus der Automobilindustrie, Druck- und Werkzeugmaschinen, Schiffe oder Gabelstapler entworfen werden, erklärte Gunter Deisenroth, Account Manager bei General Motors Europe.

Pace habe geholfen, das Dilemma zu lösen, in dem sich eine Hochschule befinde, sagte RWTH-Rektor Burkhard Rauhut: „Entweder stehen für alle Studenten nur alte Computer zur Verfügung - oder man hat gut ausgestattete Rechner für eine ganz geringe Zahl von Studenten.”

Von diesen waren auf der Feierstunde allerdings auch einige kritische Töne zu vernehmen: Man habe von den Millionen von Fördergeldern aus der Exzellenz-Initiative bisher noch nicht viel gemerkt, erklärte Christine Blesinger von der Fachschaft Maschinenbau, aber man erhoffe sich vom Beitritt zum Pace-Netzwerk eine größere Zahl von Ausbildungs- und Praktikumsprogrammen.