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Jüchen: „Es ist unglaublich, wie laut die Bagger wirklich sind”

Jüchen : „Es ist unglaublich, wie laut die Bagger wirklich sind”

Die Obstwiese des BUND am Rande des Tagebaus GarzweilerII war auch am zweiten Tag der Besetzung Anlaufstelle für Umweltaktivisten und Medienvertreter. Die Räumung durch die Polizei oder RWE Power blieb vorerst aus.

„Wahrscheinlich wird darauf spekuliert, dass uns die Kälte vertreibt”, erklärte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen.

RWE habe von einem Bedarf Anfang Februar gesprochen, wurde berichtet. Und so blieb erst einmal alles ruhig auf der Obstwiese mitten im Nirgendwo zwischen nicht mehr existierenden Ortschaften. Am Vormittag waren zwei Polizisten aus Jüchen gekommen, um sich vorzustellen. Immer wieder tauchten auch die weißen Geländewagen des Werksschutzes auf, die die Obstwiese umkreisten.

Einige Bewohner der benachbarten Ortschaften fanden den Weg durch das Niemandsland, um den Ausharrenden ihre Unterstützung zu versichern.

Hinter den rund 30 Besetzern lag eine winterlich kalte Nacht, die sie in ihren Zelten und Schlafsäcken verbracht hatten. Zu schaffen gemacht hatte ihnen jedoch nicht die Kälte, sondern der Lärm der gleich nebenan arbeitenden Bagger.

„Es ist unglaublich, wie laut die Bagger wirklich sind”, sagte Ingeborg Arndt, die im Regionalrat seit Jahren gegen den Tagebau kämpft. Aus Bayern war der Bundesvorsitzende des BUND, Hubert Weiger, gekommen. Er sprach von einem „bedrückenden Anlass” seines Besuches. Er dankte den in der Kälte ausharrenden Aktivisten.

Gegen Nachmittag verstärkte sich die Präsenz des Werksschutzes, der sich jedoch im Hintergrund hielt. Mit dem Sonnenuntergang bereiteten sich die Besetzer auf eine weitere Nacht zwischen Baggern und Bäumen vor. „Wenn es sein muss, können wir hier auch ein paar Wochen ausharren”, sagte Jansen.