Düsseldorf: Erste Museumsschau für Jorge Pardo in Europa

Düsseldorf : Erste Museumsschau für Jorge Pardo in Europa

Eine Ausstellung mit rund 80 Werken von Jorge Pardo zeigt von Samstag an die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Schau, die im Ständehaus gezeigt wird, ist nach Museumsangaben vom Donnerstag die erste umfangreiche museale Solo- Präsentation des kubanisch-amerikanischen Künstlers in Europa.

Gezeigt werden Arbeiten des 1963 in Havanna geborenen Künstlers aus den vergangenen 15 Jahren, sagte ein Sprecher der Kunstsammlung am Donnerstag. Die Schau dauert bis zum 2. August.

Pardo, der sich selbst als Bildhauer bezeichnet, hat sich seit Mitte der 1990er Jahre einen Namen als Grenzen überschreitender Künstler gemacht. Dabei betreibt Pardo, von dem der provokante Kernsatz überliefert ist, „auch Matisse würde heute einen PC benutzen”, ein subtiles Verwirrspiel. Seine konsequent am Computer entworfenen Werke vereinen nicht nur Design, Architektur und bildende Kunst zu allumfassenden Installationen, sondern sie sind auch ein Mix der Stilgeschichte.

Im Mittelpunkt der Schau stehen drei eigens gebaute „tropische Häuser”. Das sind luftige Pavillons - „Schauräume”, die Pardo etwa mit einer aktuellen „Lampenserie” bevölkert hat. Die 18 aus fragilen Glasstreifen körperhaft zusammengesetzten Leuchten sind lebensgroß und heißen Phil, Joe, Moritz, Jody und Jorge. Zwischen funktionalem Design und fantasievoller Skulptur sind sie würdige Abbilder der Mitglieder der „Jorge Pardo Studios” - der kollektiv arbeitenden Assistententruppe des Künstlers.

Der international beachtete Durchbruch des in Los Angeles lebenden Künstlers war sein Beitrag zu den Skulptur-Projekten Münster im Jahr 1997. Das damalige Werk des leidenschaftlichen Rauchers, ein langer Steg in einem See samt Zigarettenautomat, war der Beginn zahlreicher, allumfassender Gestaltungsprojekte im öffentlichen Raum von Leipzig über Berlin bis Stuttgart. In Düsseldorf gibt es gleich zwei ständige Werke Pardos: eine monumentale Wand- und Bodengestaltung in einem Gebäude der Stadtwerke sowie die „Bar am Kaiserteich” - das Museumscafé des K21.