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Kelmis: Er entwarf die Aachener Domfenster

Kelmis : Er entwarf die Aachener Domfenster

Sein Name ist untrennbar mit dem Aachener Dom verbunden: Walther Benner. 93-jährig ist der gebürtige Aachener Künstler jetzt gestorben.

Er wohnte im belgischen Kelmis. Benner war neben Anton Wendling einer der beiden Künstler, die 1949 den Auftrag erhielten, die im Krieg zerstörten Glasfenster der Chorhalle des Aachener Doms neu zu entwerfen.

Die seitlichen, abstrakt gehaltenen Fenster stammen von dem 1965 verstorbenen Wendling, die anderen, figurativ gestalteten, von Benner. Etwa die Hälfte der rund 1000 Quadratmeter Glasfläche der Chorhalle entwarf er. Hergestellt wurden die Gläser für die 28,5 Meter hohen Fenster in der kleinen Glaswerkstatt des damals 17-jährigen Ludovicus Oidtmann in Linnich.

Benner lernte sein künstlerisches Handwerk an der Werkkunstschule in Aachen bei Wilhelm Rupprecht. Ab 1934 arbeitete er als freischaffender Künstler.

Konterfeis verewigt

1938 heiratete er die Schriftstellerin Marga Royé, die vor vier Wochen gestorben ist. Ihr Konterfei sowie das der beiden gemeinsamen Kinder „verewigte” er in den Fenstern des Aachener Doms.

1948 bekam Benner zum ersten Mal die Möglichkeit, für eine kleine Kirche in der Eifel die Glasfenster zu entwerfen. Ein Jahr später erhielt er den Auftrag für die Chorfenster des Aachener Doms. Er bildete für ihn die Basis seiner künstlerischen Existenz, denn in der Folgezeit bekam er entsprechende Aufträge für insgesamt 60 weitere Kirchen auf der ganzen Welt, unter anderem für St. Alban in Washington und den Chor von St. Sebastian in Würselen.

Künstlerisch orientierte sich der figürlich malende Benner an Vorbildern des Mittelalters, zeitgenössische Strömungen interessierten ihn nicht. „Der Mensch in seiner Natur” war der Kern seines Bildprogramms.

Weitere Werke Benners finden sich unter anderem in Rheine, Geilenkirchen, Neuss, Düsseldorf, Dortmund, Herten, Münster und Bonn.