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Düren: Entführung war eine Beziehungstat

Düren : Entführung war eine Beziehungstat

Die Entführung einer 30 Jahre alten Frau am Dienstag in Echtz war eine Beziehungstat. Mit der Entführung wollte eine 49-jährige Bulgarin ihren früheren Liebhaber zurück gewinnen, der derzeit mit dem Entführungsopfer befreundet ist.

Die 30-Jährige, die im siebten Monat schwanger ist, sollte nach Bulgarien verschleppt werden, um den Platz an der Seite des umworbenen 52-Jährigen in Düren frei zu machen.Wie berichtet, hatten sich am Dienstagmorgen auf der Steinbißstraße in Echtz dramatische Szenen abgespielt.

Die Entführer hatten der jungen Frau aus Düren auf dem Weg zur Arbeitsstelle in Echtz aufgelauert. An den Haaren hatte man sie in einen blauen Mercedes gezerrt. Mit im Auto die 49-Jährige Nebenbuhlerin, deren 27 Jahre alter Sohn sowie ein früherer Freund des Entführungsopfers (50). Mit quietschenden Reifen war der Wagen geflüchtet. Ein weiterer Helfer bei dem Überfall machte sich zu Fuß davon.

Womit die Täter nicht rechnen konnten: Zwei Zeugen hatten den Überfall zeitgleich beobachtet und sich das Kennzeichen des Wagens notiert. So hatte die Polizei eine gezielte Fahndung herausgeben können. Am späten Dienstagnachmittag war der Wagen denn auch von der Polizei auf der Autobahn bei Aschaffenburg gestellt worden. Die junge Frau war befreit worden, ohne Einsatz von Waffen. Auch der Helfer, der in Düren geblieben war, war gefasst worden.

Die Dürener Polizei und der Aachener Staatsanwalt Rolf Bücker gaben am Mittwoch weitere Einzelheiten der Tat bekannt. Demnach waren alle Beteiligten Bulgaren. Die 49 Jahre alte Haupttäterin, das Entführungsopfer und sein Freund leben in Düren. Die beiden anderen Tatbeteiligten waren eigens aus Bulgarien angereist. Während der Fahrt sollen die Täter der 30-Jährigen rund 800 Euro und das Handy weggenommen haben.

Außerdem habe die 49-Jährige dem Entführungsopfer angedroht, man werde es umbringen, wenn es sich nicht füge. Schon im Vorfeld der Tat soll die 30-Jährige bedroht worden sein. Dabei habe man sie auch aufgefordert, ihr Kind abtreiben zu lassen.

Nach Angaben von Kriminalrat Ingo Wünsch blieb das Entführungsopfer körperlich unversehrt, psychisch sei die 30-Jährige allerdings sehr mitgenommen. Unter Betreuung wurde sie nach Düren zurück gebracht. Die Täter sollen zeitnah nach Aachen überstellt werden. Auf sie wartet eine Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis.