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Düsseldorf: Endspurt nach zweijähriger Renovierung

Düsseldorf : Endspurt nach zweijähriger Renovierung

Überall liegen Bretter, Leitern und Baumaterialien in den Hallen der K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Maler sind in den Fluren tätig, Schreiner schrauben Kisten auseinander.

Wer sich derzeit im Gebäude der Kunstsammlung am Grabbeplatz umsieht, mag kaum glauben, dass das Haus nach einer Sanierung des Altbaus und einer baulichen Erweiterung am 10. Juli seine Pforten wieder öffnen soll.

Doch Marion Ackermann, die Direktorin der Kunstsammlung und damit der Museen K20 und K21, ist die Ruhe selbst. „Wir sind voll im Zeitplan”, sagt sie im ddp-Gespräch. „Seit einigen Tagen bin ich mir sicher, dass wir es schaffen.” Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten, die 39,7 Millionen Euro kosteten. „Das ist schon viel teurer als geplant, allerdings wurde bei der Sanierung des Altbaus auch einiges entdeckt, was unbedingt erneuert werden musste”, berichtet Ackermann.

Die Zeiten, in denen die K20 bei großen Ausstellungen große Teile der ständigen Sammlung ins Depot verlagern musste, sind nun vorbei. Der vom dänischen Architekturbüro Dissing + Weitling umgesetzte Neubau, der sich nahtlos an den Museumsbau von 1986 anschließt, enthält zwei große stützenfreie Hallen mit modernster Technik. Der untere Saal verfügt über eine Fläche von 1100 Quadratmetern, der obere über 900 Quadratmeter. „Damit vergrößert sich der Platz für Ausstellungen von 3000 auf 5000 Quadratmeter”, erläutert die Direktorin.

Zum Auftakt werden in den beiden Hallen, die Deckenhöhen von 6,90 und 4,60 Meter haben, großformatige Installationen junger Künstler gezeigt. „Bei einem Test hat sich gezeigt, dass die Installationen einen überraschenden Bildeindruck erzeugen”, sagt Ackermann. Zudem werden im K20 zur Eröffnung vier Arbeiten der Künstler Olafur Eliasson, Joep van Lieshout, Karin Sander und Sarah Morris vorgestellt. Als erste Sonderausstellung ist ab 11. September eine breite Retrospektive zum Werk von Joseph Beuys zu sehen.

Die Renovierung des Altbaus ermöglichte es zudem, eine flexiblere Wandstruktur zu schaffen. „Früher trat man in große Säle, die dazu zwangen, heterogene Werke zu verbinden”, erläutert Ackermann. „Jetzt können wir durch eine mäandrierende Abfolge kleinerer räumlicher Einheiten den Betrachter auf die Werke zu leiten.” Immer wieder ergäben sich so neue räumliche Durchblicke. Davon profitieren künftig nicht zuletzt die Glanzstücke der 1961 gegründeten Landessammlung, die viele hochkarätige Kunstwerke - unter anderem von Picasso und Paul Klee - umfasst.

Besonders am Herzen liegt der Direktorin dabei der Aspekt des „Wiederfindens”: „Gerade in einer Zeit mit Krisenängsten soll unser Haus den Menschen das beruhigende Gefühl von Dauerhaftigkeit vermitteln. Es ist auch ein Ort der Stille, Muße und Konzentration inmitten eines sonst so hektischen äußeren Lebens.” Zur festlichen Wiedereröffnung wird viel Künstlerprominenz erwartet. Angesagt haben sich auch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der auch Vorsitzender des Kuratoriums der Kunstsammlung ist, sowie der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung NRW, Robert Rademacher.

Die Wiedereröffnung wird groß gefeiert: So findet am 10. Juli am Grabbeplatz ein Publikumsfest statt, am Tag zuvor sind junge Kunstfreunde auf dem Paul-Klee-Platz zum Kinderfest mit Kunstexpedition eingeladen. In den ersten 14 Tagen nach der Wiedereröffnung haben Besucher am Grabbeplatz und im Ständehaus freien Eintritt. Künftig soll ein kostenloser Shuttlebus beide Standorte verbinden.