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Aachen: Endspurt im FH-Rennen um Mittel des Landes NRW

Aachen : Endspurt im FH-Rennen um Mittel des Landes NRW

Für die Fachhochschule Aachen (FH) wird es spannend: Ende dieser Woche wird sich entscheiden, ob sie den Zuschlag im Landeswettbewerb zum Ausbau von fünf bestehenden und der Neugründung von drei Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen bekommt.

Dass die FH zu den Gewinnern der sieben Antragstellern gehören wird, ist für FH-Rektor Manfred Schulte-Zurhausen fast zwingend erforderlich. Aus zwei Gründen, wie er meint: Zum einen sei die FH derzeit zu 140 Prozent ausgelastet. Der Bedarf sei also schon da, nur die Studienplätze fehlten noch. Derzeit erhält die FH noch Ausgleichzahlungen für die Strapazierung der Kapazitäten.

Laufen diese aus und sollte die FH im Wettbewerb nicht das Rennen machen, hieße das: Numerus Clausus auf Fächer, die noch keine Zulassungsbeschränkungen haben, beziehungsweise Anhebung schon bestehender Zulassungsschranken, sagt Schulte-Zurhausen. Zum anderen sei auch ein großer Bedarf an Fachkräften in der Region vorhanden.

Damit würde die FH auch der Zielsetzung des Innovationsministeriums NRW, dass Fachkräfte auch in der Region bleiben, gerecht werden. „Man müsste sogar von einer Benachteiligung der Region sprechen, sollte die FH den Zuschlag nicht bekommen”, sagt Schulte-Zurhausen. Die Benachteiligung der FH beliefe sich in Euro ausgedrückt auf 8,6 Millionen jährlich, plus einer Einmalzahlung von fünf Millionen.

Die FH vollkommen neu erfinden will Schulte-Zurhausen nicht, sondern stattdessen das bestehende Angebot ausbauen, differenzieren. Insgesamt 720 zusätzliche Studienplätze hätte die FH gerne in den folgenden Bereichen: Nachhaltiges Bauen/Infrastruktur, Mobilität, Informatik und Energie. Unter den Fachbereich Bauingenieurwesen fällt beispielsweise ein Modul zum Bauen mit Holz. Nicht das ganze Studium, sondern nur das letzte Jahr sollen Studenten mit Interesse an dieser Vertiefung nach Euskirchen geschickt werden.

Duale Studiengänge

Für Wildenrath ist ähnliches geplant: Ein Außeninstitut für Schienenfahrzeugtechnik soll dort aufgemacht werden. Konkret will sich die FH an das Siemens-Prüfcenter (PCW) anschließen.

Alles andere konzentriert sich auf Aachen: In einer Kombination aus Informatik und Elektrotechnik sollen mit mathematischen Lösungsmodellen technische Probleme behoben werden, außerdem soll im Fach Maschinenbau der duale Studiengang Energietechnik angeboten werden.

„Dual” ist überhaupt laut Schulte-Zurhausen das entscheidende Stichwort: Studium und Ausbildung in einem Unternehmen werden gekoppelt. „Wir wollen auch die ansprechen, die eigentlich gar nicht über eine handwerkliche Ausbildung hinausgehen wollten”, sagt Schulte-Zurhausen. Zwecks Rückkopplung an den in der Region dominierenden Mittelstand solle in Herzogenrath auch ein Koordinierungsbüro eingerichtet werden.

Ob das Konzept überzeugend ist, wird eine Jury des NRW-Innovationsministeriums an diesem Freitag bekannt geben.