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Aachen: Elf Jahre Haft nach Schuss auf Grenzschützer

Aachen : Elf Jahre Haft nach Schuss auf Grenzschützer

Wegen versuchten Mordes an einem Grenzschützer hat das Landgericht Aachen am Donnerstag einen Mann zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt.

Der 27-Jährige habe sich während einer Routinekontrolle bei der Einreise von den Niederlanden nach Deutschland nicht ausweisen können, kurzerhand eine Pistole aus der Tasche gezogen, geladen und abgefeuert, hieß es im Urteil. Bei dem Schuss wurde ein 41 Jahre alter Grenzschützer an der Hand verletzt.

Mit dem Urteil entsprach die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte mit Verweis auf zu viele Widersprüche und Ungereimtheiten in Zeugenaussagen Freispruch gefordert. Der Angeklagte selbst hatte während des Prozesses keine Angaben gemacht.

Für die Kammer jedoch waren die Indizien ausreichend. Nach den Worten des Vorsitzenden Richters Gerd Nohl ging der Angeklagte „abgebrüht wie ein Profi und rücksichtslos” vor. Der Mann sei nach einem Hafturlaub nicht in das Gefängnis im niederländischen Roermond zurückgekehrt, in dem er wegen diverser Gewalttaten einsaß. Mit einer Pistole in der Tasche habe er in einem Linienbus nach Deutschland einreisen wollen, „wahrscheinlich nicht, um Obst, Gemüse oder Kartoffeln im Heinsberger Land zu kaufen”, sagte Nohl.

Als ihn zwei Grenzschützer zu ihrem Fahrzeug gebeten hätten, um den Inhalt seiner Tasche zu überprüfen, habe er ohne Vorwarnung die Waffe gezogen und zwei Mal abgedrückt. Eine Kugel traf einen 41 Jahre alten Beamten in die Hand, die das Opfer zufällig vor seine Brust hielt. Der 41 Jahre alte Familienvater ließ sich sofort zu Boden fallen und stellte sich tot.

Der Beamte ist seit der Tat mehrfach operiert worden und muss mit einer bleibenden Behinderung rechnen. Er leidet auch noch immer unter posttraumatischen Belastungsstörungen und ist krankgeschrieben.

Der Schütze floh nach der Tat in die Niederlande. Wenige Stunden später spürte ihn ein Sondereinsatzkommando in einer Wohnung auf und nahm ihn fest. Hier fanden die Beamten auch die Waffe, aus der die Schüsse abgegeben worden waren.