Aachen: Einen Überlebensweg gefunden

Aachen: Einen Überlebensweg gefunden

Sie ist es gewohnt anzuecken: Hermine Schneider aus Aachen geht keinem Konflikt aus dem Weg. Zweigeschlechtlich geboren, sah sie sich immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert.

Als Junge kam sie in ein Kinderheim in Eschweiler, das bis in die 80er Jahre von den Armen Dienstmägden Jesu Christi (Dernbacher Schwestern) geführt wurde. Dort sei sie, wie viele andere Heimkinder, misshandelt und geschlagen worden. Seit Jahren kämpft sie um Wiedergutmachung. Es geht ihr um die „seelischen Schäden, unter deren Folgen die Opfer teilweise noch heute leiden”.

Der Filmemacher Uli Veith hat Hermine Schneider begleitet. „Hermines Liste”, so der Titel seiner 2005 produzierten Dokumentation, ist am Sonntag um 21.15 Uhr bei 3sat zu sehen ist. Diese Liste mit den Namen von ehemaligen Heimkindern ist der Ausgangspunkt des Films. „In der Begegnung mit einigen von ihnen wird deutlich, dass Hermine in der obsessiven Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit einen Überlebensweg gefunden hat, der sie vor den schlimmsten Folgen eines totgeschwiegenen Erziehungstraumas bewahrt”, schreibt der Sender.

Mehr von Aachener Zeitung