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Aachen/Warschau: Eine europäische Brücke für den Umweltschutz

Aachen/Warschau : Eine europäische Brücke für den Umweltschutz

Mit dem Brückenbauen zwischen Ost und West ist es manchmal so eine Sache. Die Bushs und Putins dieser Welt haben tiefe Gräben aufgerissen, doch Politik ist nicht alles.

Junge Baumeister der Verständigung zwischen den Ländern des alten und neuen Europas haben in den vergangenen drei Jahren mit dem Projekt „Umwelt baut Brücken” gezeigt, dass Naturschutz vor Grenzen nicht haltmachen muss. Rund 3400 Schüler aus osteuropäischen Ländern und aus Deutschland besuchten Lagerstätten für Atommüll, Autofabriken, Naturschutzgebiete und Forschungsinstitute und berichteten in auf insgesamt 380 Zeitungsseiten über ihre Recherchen und Erfahrungen in den Partnerländern.

In Warschau hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Hauptträgerin des millionenschweren Projekts, Preise an die besten Nachwuchsjournalisten vergeben. Einer von ihnen ist Wiktor Jedraszczyk, Schüler des Rurtal-Gymnasiums in Düren, Wiktor, 18, ist einer der Preisträger von „Umwelt baut Brücken”.

Bei einer Umweltrecherche im tschechischen Skoda-Werk in der Nähe von Prag hat der in Polen geborene Wiktor ein spontanes Bild von seinen Mitschülern gemacht, die von Baustellenhelmen geschützt über technische Details diskutierten. 250 Euro erhält Wiktor für sein Foto, das bei der Preisverleihung im polnischen Umweltministerium prämiert wird. Staatssekretär Henryk Jezierski, Festredner der Veranstaltung, hebt wie auch die Hauptverantwortlichen des Projekts, Fritz Brickwedde von der DBU und Peter Brand vom Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (Izop), „den Beitrag zur Völkerverständigung” hervor.

Mit Hochspannung werden die prämierten Themenseiten der neun Preisträger im Festsaal erwartet, für die es jeweils 2250 Euro gibt. Eine Auswahl von Schülern stellt ihre Recherchen vor, und zeigt anhand von Computerpräsentationen und Rollenspielen, wie kompliziert und zugleich lohnenswert die Beschäftigung mit Umweltthemen sein kann. Zwei Schüler vom Couven-Gymnasium in Aachen hatten sich in ihrer Gruppe mit der Isotopentechnik auseinandergesetzt, mit der Wissenschaftler in Jülich nachweisen, aus welchem Land Holz- und Nahrungsmittel stammen.

Eine wichtige Frage, wenn es um Qualität, Preis und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft geht. „Isotope haben einen schlechten Ruf, wenn man an das Isotop 235, also an angereichertes Uran, und die Atombombe denkt”, sagt der 16-jährige Janik Fechtelpeter. Sein Mitschüler Sebastian Bischof, ebenfalls 16: „Mit Hilfe sogenannter stabiler Isotope kann man kriminelles Abholzen nachweisen.”

Das Schlusswort hat Wiktor Jedraszczyk. Mit Blick auf sein an die Wand projiziertes Foto von den Schülern im Skoda-Werk meinte er: „Bei meinem Bild ist es genau so wie bei Umwelt baut Brücken: Die Jugendlichen Europas stehen im Mittelpunkt.” Seine Sätze spricht er auf Deutsch - und auf Polnisch. Ohne Sprachen kann man keine Brücken bauen.

Ausgezeichnete Umwelt-Journalisten

Die Zeitungsseiten folgender Schulen wurden prämiert: II Liceum Ogólnoksztalcace, Danzig/Polen, Gymnázium UDT Poprad/Slowakei, Gimnazija Jesenice/Slowenien, Gymnázium Jiriho Ortena, Kutná Hora/Tschechien, und Révai-Miklós-Gimnázium, Györ/Ungarn.

Neben dem Aachener Couven-Gymnasium wurde das Rosenstein-Gymnasium in Heubach (Baden-Württemberg) und das Helmholtz-Gymnasium in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) ausgezeichnet.