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Ein Meister der eisernen Giganten: Bildhauer Eduardo Chillida ist tot

Ein Meister der eisernen Giganten: Bildhauer Eduardo Chillida ist tot

San Sebastian. Ganz Spanien trauert um den Künstler Eduardo Chillida, der im Alter von 78 Jahren in seiner Heimatstadt San Sebastian gestorben ist. König Juan Carlos und Königin Sofía betonten in einem Beileidstelegramm: „Chillida hat eine Epoche der zeitgenössischen Kunst geprägt. Sein Werk erfüllt alle Spanier mit Stolz.”

Die spanische Kulturministerin Pilar del Castillo bezeichnete den baskischen Bildhauer in der Nacht zum Dienstag als „einen der bedeutendsten plastischen Künstler des 20. Jahrhunderts”. Sein Tod sei ein „irreparabler Verlust”. Die Küstenstadt San Sebastian in Nordspanien ließ als Zeichen der Trauer die Flaggen auf Halbmast ziehen.

Chillida, einer der bedeutendsten Bildhauer der Welt, ist nach Angaben seiner Familie friedlich und ohne Schmerzen entschlafen. Er hatte an einer unheilbaren, degenerativen Hirnkrankheit gelitten und war seit Jahren nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten.

Der Leichnam des Künstlers soll an diesem Dienstag eingeäschert und auf dem Gelände des Chillida-Museum in Hernani bei San Sebastian beigesetzt werden.

Der Bildhauer wurde vor allem mit riesigen abstrakten Eisenplastiken berühmt, etwa mit den monumentalen „Windkämmen” vor dem Unesco-Gebäude in Paris oder der im Jahr 2000 aufgestellten Plastik „Berlin” vor dem Kanzleramt in der deutschen Hauptstadt.

Das sechs Meter hohe und 90 Tonnen schwere Kunstwerk besteht aus zwei Eisenpfeilern, an deren Enden gewundene Stäbe wie Hände ineinander greifen. Das Kunstwerk wird als Symbol der deutschen Wiedervereinigung interpretiert.

Für Frankfurt am Main schuf Chillida 1986 das „Haus für Goethe” und 1994 „Gruß an Heidegger”, im Rathaushof von Münster (Westfalen) ist die Skulptur „Toleranz und Dialog” (1993) zu sehen. In der Bonner Innenstadt wurde 2001 die Plastik „De Musica IV” aufgestellt.

Der Künstler war in Spanien lange Zeit verkannt worden und hatte im Ausland mehr Erfolg gehabt als in seiner Heimat. Museen in den Metropolen widmeten ihm Ausstellungen, etwa in Paris, New York, Berlin, Bilbao oder Amsterdam.

Bereits 1958 erhielt er den internationalen Preis für Skulpturen auf der Kunst-Biennale in Venedig. Im September 2000 erfüllte er sich einen Lebenstraum und eröffnete in Hernani in einem Bauernhaus sein Museum.

Eines von Chillidas größten Projekten blieb unerfüllt. Die Aushöhlung des Tindaya-Bergs auf der Insel Fuerteventura scheiterte am Widerstand von Naturschützern und lokalen Politikern.