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Aachen: Ein Leben im Dienste der modernen Kunst

Aachen : Ein Leben im Dienste der modernen Kunst

Ein langes Leben im Dienste der Kunst: Bis ins hohe Alter stand er fast täglich in seinem Atelier, um zu malen: Hubert Werden. 96-jährig ist der Aachener Künstler jetzt gestorben.

Sein sieben Jahrzehnte umspannendes, vielgestaltiges Werk reicht von der geometrischen Abstraktion über informelle Malerei und figurative Rasterbilder bis zur neuen Abstraktion. Ganze Werkgruppen widmete er darüber hinaus der Musik und dem Tanz.

Auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Karriere führten ihn in den fünfziger Jahren Ausstellungen bis nach Paris und Lausanne. Innerhalb der informellen Malerei behauptete er sich mit eigenständigen Werken.

Er gehörte zu einer Nachkriegsgeneration Aachener und Stolberger Maler, die sich konsequent der Moderne zuwandten; gemeinsam stellte er aus mit Karl Otto Götz, Karl Fred Dahmen, Ludwig Schaffrath, Peter Lacroix und Hans Pastor. Immer wieder ließ sich Hubert Werden inspirieren von Reisen in südliche Länder.

Stilistisch war er bis zuletzt niemals eindeutig festzulegen. Selbst als Fotograf machte er sich einen Namen. Zu seinem 80. Geburtstag kauft das Suermondt-Ludwig-Museum sein Gemälde „Scala santa” an, das auf sehr individuelle Weise ein Motiv aus Rom umschreibt: die knieenden Gläubigen im flirrenden Licht auf jener sagenhaften Treppe.

Seine Vitalität, Experimentierfreudigkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber der zeitgenössischen Kunst spiegelte sich oft in den Themen seiner Malerei, so widmete er unter anderem Bilder der sperrigen Choreographie einer Pina Bausch.

Die Bilder aus den letzten Jahren sind luftig-leichte Bildkompositionen aus Bändern und Linien, die spannungsvoll kontrastieren mit geometrischen Balkenformen. Er liebte die Musik, inbesondere die von Debussy, die er selbst als guter Pianist immer wieder gerne am heimischen Flügel interpretierte.

Hubert Werden stammte aus Eschweiler. Nach dem Abitur 1927 studierte er Kunstwissenschaft und Germanistik, seine künstlerische Ausbildung erhielt er an den Kölner Werkschulen und an der Düsseldorfer Kunstakademie.

1939 kam er ans Aachener Kaiser-Karls-Gymnasium, wo er mehr als drei Jahrzehnte lang, bis 1972 Kunst unterrichtete. Gerne erinnerte er sich später an einen seiner „besten Schüler”, wie er sagte: Jürgen von der Lippe.

Im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum fand Hubert Werdens Werk im Laufe der Jahrzehnte immer wieder eine viel beachtete Heimat. Die Internet-Galerie Artco zeigt zurzeit eine Ausstellung mit Bildern aus verschiedenene Schaffensphasen.