Aachen: Ein Haus mit Herz und Historie

Aachen : Ein Haus mit Herz und Historie

Das hat Apotheker Monheim in seinem von Jakob Couven im Stile des „Aachener Rokoko” erbauten Hauses am Hühnermarkt sicherlich nicht geahnt: Ab sofort sind es zwei Frauen, die das Sagen haben, wo die „gute Stube” der Stadt als Couven-Museum Wohnkultur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts bewahrt. Mit Dagmar Preising, seit 1994 im Team am Aachener Suermondt-Ludwig-Museum, gibt es hier nun die erste Kuratorin, die von Christine Vogt als Assistentin unterstützt wird.

„Eine Neupositionierung des Hauses ist dringend nötig”, betont Kulturdezernent Wolfgang Rombey, denn Besucherströme, wie sie etwa Dom und Domschatzkammer verzeichnen können, gleiten am Hühnermarkt bisher vorbei. 11.000 Interessierte pro Jahr - das ist zu wenig. „Wir wollen dafür sorgen, dass das Couven-Museum nachhaltig wahrgenommen wird, gleichzeitig muss es hier jemanden geben, der ansprechbar ist”, betont Rombey.

Fernziel ist der 10. Mai 2008, wenn das Haus Goldenes Jubiläum hat. Drei Tage lang wird man die 50 Jahre mit allerlei Aktivitäten feiern. Doch Veränderungen sollen schon viel früher greifen. „Das Couven-Museum ist ein Schatzhaus, kein gewöhnliches Museum”, betont die neue Leiterin. „Ein Haus, das die Gefühle der Menschen anspricht.”

Damit das wirklich funktioniert, ist mehr Wohnlichkeit wichtig. So sollen Einrichtungsgegenstände und Möbel, die bei den Sanierungs- und Renovierungsarbeiten 2001 ins Depot geräumt wurden, ins Couven-Gebäude zurückkehren und es damit wieder zum „Identifikationsort” des Bürgers, sowie zum anschaulichen Beispiel für den typischen Aachen-Lütticher Barock und Rokoko werden lassen. „Im Moment dümpelt es so dahin, eigentlich passiert nichts”, betont Dagmar Preising, die gemeinsam mit Christine Vogt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart bauen wird.

Geplant sind Wechselausstellungen zu kunsthandwerklichen Themen wie Porzellan, Silber oder Gold, aber durchaus auch Kulturhistorisches: „Der Apotheker hat hier einen Schokolatier beschäftigt, warum nicht eine Aktion mit der Süßwarenindustrie?” Kooperationen mit Kammermusikern und mit der Musikhochschule sowie mit dem Theater bieten viele Ideen für Matineen und Soireen.

„Das Couven-Museum kann ein Kristallisationspunkt von Kultur in der Innenstadt sein”, sagt Kulturdezernent Rombey. Damit die Menschen, die jetzt noch daran vorbeigehen, das wissen, wird man sich mit Stadtführern, Hotelmanagern und anderen Vermittlern in Verbindung setzen. Bereits am 6. Mai gibt es eine Porzellanausstellung mit dem Titel „Jugendstilträume”.