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Aachen: Ein Blick ins musikalische Europa

Aachen : Ein Blick ins musikalische Europa

Sie kommen aus Israel, Estland, den Niederlanden und der Ukraine. Sie kommen aber auch und vor allem aus Aachen. Nur ist das in diesem Fall nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist: Sie alle haben eine Stimme, mit der sie sich Gehör verschaffen wollen.

Genauer gesagt, sind es sogar ganz viele Stimmen, die sich vom 5. bis zum 14. Juni Gehör verschaffen wollen. An diesen Tagen feiert die Internationale Chorbiennale Premiere.

Die Initiatoren des groß angelegten Festivals sind sich ziemlich sicher, dass sie Aachen zum Klingen bringen werden. Dabei soll es nicht nur, aber auch darum gehen, „der Aachener Chorszene ein Forum zu bieten und sie vergleichbar zu machen im internationalen Kontext”. Das sagt Generalmusikdirektor Marcus Bosch, der mit den Chorleitern Hans Leenders (Madrigalchor Aachen), Harald Nickoll (Carmina Mundi), Martin te Laak (Aachener Kammerchor) und Professor Fritz ter Wey (Junger Chor Aachen) die künstlerische Leitung innehat.

Offizielle Veranstalter sind der Kulturbetrieb der Stadt und die Musikdirektion des Stadttheaters. Ganz generell wolle man einen „tiefen Blick ins musikalische Europa werfen”, kündigte Bosch ein Programm an, das „vom kabarettistischen Chorstück über sacred songs bis hin zum klassischen Chorkonzert” reichen soll. Lunchkonzerte zur Mittagszeit und die lange Aachener Chornacht mit 40 Chören aus Aachen und der Euregio am Samstag, 11. Juni, runden das Angebot ab. Seine Teilnahme zugesagt hat zudem der Rundfunkchor des WDR.

Ein besonders starker auditiver Reiz soll dabei von einer gemeinsamen Aufführung aller Chöre der 3. Sinfonie „Kaddish” von Leonard Bernstein und der Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy am Mittwoch, 10. Juni, und Donnerstag, 11. Juni, im Eurogress ausgehen - das Werk der beiden jüdischen Komponisten bilden den programmatischen Schwerpunkt der Chorbiennale.

„Sie sehen heute einen wirklich glücklichen Kulturdezernenten”, sagte Kulturdezernent und Stadtdirektor Wolfgang Rombey. Denn die lange Tradition und die hohe Qualität im Bereich des Chorwesens statte Aachen mit einem Alleinstellungsmerkmal aus, das das Profil der Stadt schärfen könne. Rombey verwies auf die Erfolge Aachener Chöre beim Deutschen Chorwettbewerbe: Amtierender Gewinner ist Carmina Mundi.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir im kommenden Jahr eine Stadt erleben werden, die klingt.” Rombey zeigte sich darüber hinaus zuversichtlich, die Biennale gemäß ihrer Wortbedeutung alle zwei Jahre „auf diesem Niveau” stattfinden zu lassen. Der Vorverkauf startet am 6. Dezember an allen bekannten Vorverkaufsstellen des Theater Aachen.